AhrAlpin – Bergkammtour oberhalb des Ahrtals

Heute steht das Ahrtal auf dem Plan – ich plane einen kurzen Rundweg an der Ahr in Altenahr zu gehen.

Meine Tour wird ein wenig anders als jene Touren, die an der Ahr normalerweise gemacht werden … anders, denn sie wird nicht, wie es einige Sonntagswanderer machen, schön gemütlich und gediegen an der Ahr entlang gehen.

Nein, es soll über die 2 unterschiedlichen Grate des Teufelslochs und des Engelsley gehen.
Alpines Kraxeln an der Ahr … Ich bin gespannt was mich dort erwartet … folgt mir auf meinem Weg über Schieferfelsen und steile Pfade oberhalb der Ahrschleife.

Ich starte meinen Rundweg auf dem Wanderparkplatz unterhalb der Burg und gehe flußaufwärts an der Ahr entlang zu der Brücke, die zum Bahnhof hinüber führt. Von hier laufe ich unterhalb der Gleise und oberhalb der Ahr entlang. Es ist ein kleiner betonierter Pfad, der nach wenigen Metern unterhalb der Bahnschienen durch eine kleine, enge Unterführung führt. Ich bin diesen Weg bereits einmal gelaufen. Schaut mal unter diesem Link Ahrsteig in meinem Blog, dort werdet Ihr fündig.

Der Aufstieg geht über Schieferstufen gleich ordentlich steil hinauf. Da ich einige Tage nicht mehr gewandert bin, merke ich, wie die Muskeln in meinen Beinen anfangen zu arbeiten.

Zu meiner Linken findet sich ein Pavillon, von dem man einen traumhaften Blick auf die Burg Are hat. Auf der rechten Seite geht es zum sogenannten Schwarzen Kreuz, dass direkt auf meinen weiteren Weg liegt. Ich mache den Abstecher zum Pavillon, dort schiesse ich ein paar Bilder auf die Burg Are und setze meinen Weg fort auf die andere Seite in Richtung Schwarzem Kreuz. Auch hier geht es über Schieferstufen hinauf. Kein einfacher Weg und bestimmt kein Weg für FlipFlops oder dünne Sneaker.

Am Schwarzen Kreuz angekommen mache ich ein paar Aufnahmen von Altenahr und erneut von der Burg. Heute ist hier scheinbar wenig los, denn bislang bin ich nur einer Familie begegnet. Ich hätte mir heute – am Sonntag – mehr Besucherverkehr gedacht. Zum Schwarzen Kreuz steht auf einer Tafel geschrieben:

„Das ‚schwarze Kreuz‘ wurde 1865 als Unglückskreuz errichtet. Mit dem wachsenden Tourismus erhielt es als markanter Aussichtspunkt gegenüber dem ‚Weißen Kreuz‘ den Namen ‚Schwarzes Kreuz‘. Das hölzerne Kreuz wurde im Laufe der Zeit mehrfach erneuert, so 1965 und zuletzt 2005 durch den Eifelverein Altenahr.Der lokalen Überlieferung folgend entstand das ursprüngliche Kreuz bereits 1859 als Dank für die Rettung eines Kindes vor dem Ertrinkungstod in der Ahr.“ (www.altenahr-ahr.de)

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„Bevor die Eisenbahn gebaut war, ragte ein Felsen, er wird ‚Heislei‘ genannt, bis in die Ahr. Dort war eine sehr tiefe Stelle, die man ‚Woog‘ nannte. Der Strudel, der sich dort befand, schraubte jeden Gegenstand in die Tiefe. Ein Kind war dort hineingefallen und drohte zu ertrinken. Dies sah ein Mann name[n]s Caspary aus Altenahr. Er machte das Versprechen, oben auf dem Felsen ein Kreuz zu errichten, wenn es im gelänge, das Kind vor dem Ertrinken zu retten. Und wirklich, es gelang ihm, das Kind aus dem Wasser zu holen. Er hielt sein Versprechen und errichtete im Jahr 1859 hoch oben auf dem Fels ein Kreuz.“ (Quelle: Franz-Josef Knöchel, Digitales Kulturerbe LVR, 2021)

Vom Schwarzen Kreuz geht ein kleiner Steig weiter hoch, weiterhin über Schieferfels hinweg bis zum Teufelsloch, von dem man einen wundervollen Ausblick auf das Ahrtal zwischen Engelsley und Teufelsloch hat. Hier lässt sich gerne auch einmal ein bisschen verweilen um den Ausblick auf die Burg Are, die Tunnel durch den Berg und den Bergrücken des Engelsley zu beobachten.

Auch das Teufelsloch hat so seine Geschichte. „Der Teufel suchte einst das Tal der Ahr auf und fand an Land und Leuten, vor allem aber am vorzüglichen Rotwein derart Gefallen, dass er darüber seine Heimkehr vergaß. Da näherte sich ihm eines Tages, als er auf dem Berg gegenüber der Burg Are ruhte, seine Großmutter in der Gestalt einer schönen Jungfrau. In den Armen des verliebten Teufels verwandelte sie sich schnell in die ihm nur allzu gut bekannte, widerwärtige Alte zurück. Erbost packte er die Großmutter und schleuderte sie durch die Felswand hinunter in die Hölle zurück. So entstand das Teufelsloch, das bis heute oberhalb von Altenahr zu sehen ist.“ (Quelle: http://www.altenahr-ahr.de)

Nun, das ist ja mal spannend zu erfahren … dachte ich mir und es zieht mich weiter auf dem Steig. Ich denke mir, dass ich meine Tour etwas verändern werde, das werde ich im Laufe des Weges aber noch sehen. Denn ich möchte danach noch meine Mum besuchen und da könnte ich dann doch ein wenig früher aufschlagen, als nach einer kompletten Tagestour. Frei nach dem Motto ‚family first‘ durchdenke ich meine Tourenpläne.

Ich folge meinem Navigationsgerät und laufe gerade aus noch weiter über einen Berggipfel hinweg und danach steil den Pfad nach unten zu gehen. Warum es Wanderschuhe gibt merkt man an diesen Pfaden (und es ist trocken), denn hier muss man sehen, dass man nicht super schnell wegrutscht, denn der Schiefer ist sehr locker und die Bodenbeschaffenheit sehr rutschig. Nicht auszudenken, dass hier scheinbar auch Tourist:innen mit FlipFlops im Sommer hochkraxeln – Fussbrecherisch sage ich nur …

Ich halte mich nicht stur an dem geologischen Weg, sondern gehe meiner Navigation nach, die hoffentlich dadurch auf etwas weniger belaufenen Wegen führt. Hier oben sind die Steige so schmal, dass ein Ausweichen schwer möglich ist, daher sollte man sich auch an die Wanderrichtung halten. Am Ende komme ich dann doch wieder auf den Weg Nummer 7 auf den Ahrsteig zurück.

Kurz nachdem ich wieder auf den Ahrsteig bin, geht ganz steil nach links der Weg Nummer 6 ins Tal ab. Diesen nehme ich, um im Tal dann auf der anderen Ahr- Seite die Bergklippen hoch zu gehen.

Nach meinem Abstieg an der Ahr angekommen, gehe ich flussaufwärts wieder an der Ahr zurück zum Ausgangspunkt, werde allerdings in der Hälfte des Weges über die Brücke der Ahr gehen, um dann den nächsten Bergrücken zu überqueren.UNADJUSTEDNONRAW_thumb_4b1c6

Mein Weg führt mich durch das Gelände der Jugendherberge am Felsrücken entlang weiterhin oberhalb der Ahr. Von hier unten hat man einen tollen Blick auf das Engelsley, was als Nächstes auf dem Plan steht.

Kurz nach dem Gelände der Jugendherberge erreiche ich die Brücke, auf der ich die Ahr überquere. Nun gehe ich wieder flussabwärts, eine schöne Aue entlang. Ich sehe den Weg, den ich auf der anderen Seite nach oben gegangen bin. Nach dem kleinen Kampf des Abstieges auf der Seite des Teufelslochs ist dieser Weg hier sehr entspannend.

Es handelt sich um Weg Nummer 1, der sogenannte Eifelrundweg. Vorbei an tollen Schiefer- Felsformation geht es auf einem breiten Waldweg in das hintere Tal.

An einem Punkt an dem die Ahr eine Linkskurve macht stehen ein paar Bänke. Hier geht der Kammweg links bergauf. Ab hier geht es die nächste Stunde über Felsen, Schiefer, Steine – auf kleinen steilen und engen Pfaden den Kamm bis zum Engelsley entlang. Der Aufstieg ist sehr steil, macht aber riesig Spaß.

Nach den ersten beiden Bergrücken geht es erst einmal wieder steil nach unten, was bei der Beschaffenheit des Weges und dem Grad der Steigung teilweise sehr mühsam ist. Hier mit Flip Flops zu wandern wäre unverantwortlich und selbstmörderisch! Der Blick von hier oben ist toll. Man kann von den Punkten auf das Teufelsloch im Westen – oder auf das Teufelsley im Osten sehen. Ein genialer Ausblick und wenn man nach unten schaut ein grandioser Blick auf die Ahr und das Ahrtal. Es macht riesig spass hier in dieser Region so einen Trail zu gehen. Ich bin begeistert und hin un hergerissen von dem Pfad, dem Ausblick und dem Wetter.

Dieser Grat erinnert mich an meine alpinen Touren auf der Steinbock-Tour über die Alpen, bei der man teilweise über den Fels kriechen musste, weil es direkt neben dem sogenannten Pfad über 200m in die Tiefe geht. Hier an der Ahr werden es eher 50 – 70 Meter sein, aber das reicht ja auch schon.

Der Grat ist toll, ich kraxle bei tollem Sonnenschein und angenehm kühlen Temperaturen oberhalb der Ahr herum und begegne nur ein paar wenigen Personen, die wie ich das Hobby des Steig-Kraxeln teilen. Der Aufstieg hat es schon ein wenig in sich. Leider bin ich aktuell nicht so trainiert, dass ich die Steigung und das Einsetzen von Händen und Füssen schon merke. Daher entscheide ich mich für eine kurze Pause. Ich mache auf einem schönen Plateau Pause und esse eine Kleinigkeit und fülle meinen Flüssigkeitshaushalt auf.

Dann geht es weiter … neben knorrigen Bäumen und trockenem Gestrüpp geht es auf dem schmalen, steinigen Pfad weiter zum erhofften Punkt mit dem kleinen Gipfelkreuz, dem Engelsley.

Was bedeutet eigentlich LEY? „Ley, auch Lay, Lei, Lai, Laige oder Lägge, nach Grimm Leie, ist eine im rheinischen und niederdeutschen Sprachraum häufig anzutreffende Bezeichnung für Fels. Das Wort stammt aus Altsächsisch lêia. Es bezieht sich insbesondere auf „Felsabbrüche“ und „Felswände“, insbesondere aber „Felsplatte“. (Quelle: http://www.wikipedia.de)

Am Engelsley angekommen hat man einen tollen Blick auf die Burg Are auf der anderen Seite und über die Weinberge. Das /der/die Engelsley ist der höchste Punkt auf dieser Kammwanderung. Von hier aus hat man einen traumhaften Rundblick und Ausblick auf Altenahr und die Burg Are. Heute ist hier leider kein schöner Ort zum Verweilen, denn ganz oben sitzt eine Dame und fährt sich genügsam auf dem Gipfel eine Zigarette ein. Das ist jetzt wirklich das Letzte, was ich nach dieser Tour brauche. Hier oben von Zigarettenqualm eingeräuchert zu werden … ich erspare mir die Frage, ob sie den Filter auf schön brav mit nach unten nimmt und begrüße Sie mit einem kurzen ‚Hallo‘ und scheinbar einem Kopfschütteln …

Von hier aus geht es über einen halsbrecherisch steilen Pfad immer weiter in Richtung Burg. Hier kommen mir überraschenderweise einige polnische Touristinnen mit ihren Strassenschuhen entgegen und scheinen schon kräftig ausser Atem zu sein. Einige suchen einen Sitzplatz, um sich auszuruhen und sind sichtlich überrascht, dass ich und wie schnell ich den Berg herunterklettere. Wo immer die Damen auch herkommen, das scheint nicht Ihr ursprünglich gewählter Weg zu sein, denn mit Chucks und Lederschühchen sollte der Weg bestimmt nicht gemeistert werden. Ich grüsse, grinse in mich hinein und mache mich weiter auf ‚fast allen Vieren‘ auf, den Steig nach unten zu gehen.

Ich überquere die Tunnel der Bahn und der Strasse und überlege noch ob ich nicht zur Burg hochsteige, entscheide mich allerdings dagegen, denn ich wollte ja noch meine Mum besuchen. Daher suche ich mir einen Weg nach unten, um durch den Tunnel zum Parkplatz zu gelangen.

Diese Tour ist wirklich prima, allerdings ist festes Wanderschuhwerk, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit eine absolute Grundvoraussetzung. Mit einem Hund lässt sich der erste Teil gut gehen, ich bezweifle allerdings dass es – egal welcher Hund – im zweiten Abschnitt (Grat zum Engelsley) gut ist einen Hund mit dabei zu haben. Den Link zur Tour findet Ihr hier 

Hier oben gibt es einige Stellen, wo man ganz leicht ‚abgehen‘ kann, das sollte man nicht vergessen.

Und für die erweiterte Tour über den Teufelsley komme ich wieder an die Ahr – die steht noch auf dem Plan und steht noch aus!

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