Die Steinbock-Tour (inkl. Heilbronner Weg) – eine Hammertour mit Klettersteig und Abenteuer pur

Die Steinbock-Tour zwischen Deutschland und Österreich
(inkl. Heilbronner Weg)

Im Juli 2018 war es nun soweit, der 3te Anlauf in Oberstdorf sollte es nun werden um den Mindelheimer Klettersteig und den Heilbronner Höhenweg zu begehen, die Steinbock-Tour.

Aufgrund der Wetterlage habe ich dieses Mal kurzfristig den Entschluss gefasst und wie sich herausstellte, war dies auch die richtige Entscheidung. Der Heilbronner Höhenweg ist einer der beliebtesten alpinen Wanderwege. Warum das wirklich so ist, zeigte sich nach dem überqueren des Mindelheimer Klettersteiges und mit jedem Meter mehr und mehr …

Meine Planung war es, innerhalb einer Woche von Oberstdorf über die Fiderespasshütte und den Mindelheimer Klettersteig zur Mindelheimer Hütte zu gehen und von dort die Tour zur Rappenseehütte. Dann von der Rappenseehütte den Heibronner Weg zur Kemptner Hütte, von dort aus zum Prinz-Luipold-Haus und zurück zum Edmund Probst Haus. Dort eine Nacht bleiben und zum Abschluss den Hindelanger Klettersteig oder zumindest 1-2 Etappen davon machen, bevor mich die DB wieder nach Hause fuhr.

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Tag 1: auf zur Fiderespasshütte

Gesagt getan, ab ging es wieder morgens früh um 06.00 Uhr mit dem Zug vom Frankfurter Flughafen in Richtung Alpen.

Angekommen im sonnigen Oberstdorf mit dem Bus zur Kanzelwandbahn, denn es war schon 13 Uhr und ich hatte noch 3 Stunden aufstieg vor mir.

Mit der Bahn fuhr ich nach oben und staunte nicht schlecht, denn traditionelle Empfangsmusik schallte mit entgegen, hier oben wurde gerade ein Alpenkonzert gegeben, weswegen das Durchschnittsalter etwas höher war. Ich lauschte ein wenig der Musik und machte mich dann auf Richtung meinem Ziel. Erst einmal ging es wieder ein paar Höhenmeter nach unten, bevor ich den Aufstieg über die Kuhgehrenalpe auf zur Fiderespasshütte machte. Der Aufstieg fiel mir ganz schön schwer, nach so langer Zeit. Die letzte lange Tour lag fast 1. Jahr zurück und zwischendurch hatte ich immer nur kleine und wenige Tagestouren gemacht.

Also los Richtung Hütte. Auf dem Weg nahm ich noch die Kuhgehrenspitze als erste kleiner Gipfel mit, danach hinab zur Kuhgehrenalpe. Auf der Kuhgehrenalpe angekommen, machte ich ein wenig Rast und trank eine Buttermilch, die ich dort jedes Mal trinke, ein kleines Ritual, das ich jedem, der dort einkehrt wärmstens empfehlen kann. Von dort aus ging es weiter nach oben.

Der Weg ging gut bergauf, mit immer wieder kleinen steilen Passsagen, die ich bezwingen musste. Vorbei an einer Herde Kühe, die mich misstrauisch und irgendwie bemitleidend anschauten. Nach dem Motto, ‚was kriechst Du denn hier so schnaubend herauf‘ …

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Kurz vor dem Überqueren des Bergrückens zur Hütte freute ich mich schon insgeheim auf das leckere Essen, das ich dort oben erwarten konnte. Meinen Schlafplatz hatte ich ja bereits sicher. Die Hütten hatte ich alle wieder vorher gebucht, damit ich sicher einen Platz bekomme.

Beim Aufstieg sah ich bereits das Bergmassiv über das ich am nächsten Tag plante zu gehen – den Mindelheimer Klettersteig. Also packte ich meinen Schlafplatz sauber zusammen und ging zum Abendessen, parallel sah ich noch das WM Finalspiel zwischen Kroatien und Frankreich und dann ab ins Bett.

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Tag 2: Mindelheimer Klettersteig 

Am nächsten Morgen ging es früh raus, denn ich habe noch niemanden gefunden, der mit mir zusammen den Mindelheimer Klettersteig gehen hätte können. Bei der Vorbereitung sah ich eine Familie mit 2 Teenagern, die sich bereitmachten und das Klettersteig-Set anzogen. Ich fragte sie kurzerhand, ob sie mich mitnehmen würden, denn ich wollte nicht alleine gehen – das wäre mir zu gefährlich gewesen.

Glücklicherweise war der Klettersteig für die Mutter auch der ‚erste‘ hoch-alpine, worauf wir dann den selben Erfahrungstand hatten. Sie willigten netterweise ein mich mitzunehmen und wir stapften los zum Einstieg über den Grat, den ich bisher schon 2x gelaufen bin … dieses Mal war es allerdings die Abzweigung zum Steig, nicht Richtung Mindelheimer Hütte über den Krumbacher Weg …

Der Einstieg war spannend. Es ging Sprossen steil am Berg senkrecht hinauf. Mit dem gut 12kg schweren Rucksack ein abenteuerliches Unterfangen. Die Sicherung war drin und funktionierte prima. Die neue Technik machte das ein- und ausklinken wirklich einfach. Ein Glück hatte ich wieder meine Handschuhe dabei, denn man hatte immer Seil oder den Karabiner in der Hand.

Der Einstieg am Mindelheimer Steig ist recht schnell mit dem höchsten Schwierigkeitsgrat B/C, denn man überwindet einen Überhang, der das schwerste Stück gleich zu Anfang aufweist. Das ist gut, so hat man gleich zu Beginn die erste Hürde und bleibt später nicht im Steig stecken … der restliche wirklich tolle Klettersteig hatte auch ein paar Herausforderungen … wir liessen uns Zeit und genossen den Gang über die Summits und die Grate.

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Es war einfach toll am Abhang zu hängen und zu wissen, wenn Du loslässt, dann gehts ordentlich nach unten … oder das Klettersteigset hält Dich auf.

Nervenkitzel pur. Manchmal einen Adrenalin-Schub wenn der Grat klein und ausgesetzt war, manchmal Adrenalin, wenn man nach unten ins 250m tiefere Tal schaute … 🙂 die Tour ging recht lange, denn wir haben uns wirklich Zeit gelassen, wodurch die Anstrengung sich in Grenzen hielt.

Aber uns kam auch nur sehr wenige Personen entgegen, was mich überraschte, denn es war ein toller Tag mit sehr guten Konditionen und das Wetter hielt ebenso. Am Ende des Klettersteiges wurden wir dann noch belohnt mit einem tollen Ausblick auf die Steinböcke. Erst eine Schule Jungböcke, dann vereinzelt Ältere in den Felsen. Einen sah ich auf 4m Aug in Aug, ein tolles Erlebnis.IMG_4340

Wenn man den Klettersteig beendet hat, dann geht es noch über den letzten kleinen Gipfel runter zur Mindelheimer Hütte. Geschafft von den fast 8,5 Stunden kamen wir dort an und waren allesamt überglücklich …

Auf der Mindelheimer Hütte empfehle ich Euch die Kutteln als Abendessen. Ein längst vergessenes Gericht, was ich liebe und extrem lecker finde, auch wenn man Details zu dem Gericht besser vermeiden sollte 😉

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Tag 3: zur Rappenseehütte

Am nächsten Tag ging es geplant von der Mindelheimer Hütte zur Rappenseehütte. Die Rappenseehütte liegt auf dem gegenüberliegenden Bergkamm der Mindelheimer Hütte und ist in einem Tagesmarsch zu erreichen.

Hier gibt es zwei Touren. Die erste, schnelle geht direkt hinunter ins Tal und dann schnurstracks wieder auf die Rappenseehütte hinauf. Das war mir zu einfach, daher entschied ich mich für die längere und landschaftlich schönere Route und auch die etwas anspruchsvollerer. Sie ging hinter der Mindelheimer Hütte nach oben in das hintere Tal.

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Ein bischen spooky so am Morgen, alleine in dieser Gegend, aber auch irgendwie toll. So nah mit der Natur und so nah an den Geräuschen von Wasser im Bach, Vögelgeräuschen und Steinen die polterten. Ich lief in das hintere Tal mit dem unsicheren Gefühl ggf. doch falsch zu laufen. Dem war aber nicht so, denn der Weg ging in der Rundung den Berg hinauf in die richtige Richtung.

Beim Überqueren der Bergkuppe sah ich dann auch gleich, dass hier oben andere Temperaturen, selbst im Spätsommer herrschen, denn ich musste ein Schneefeld überqueren. Nicht gross, aber bei den aktuellen Temperaturen war ich darüber etwas überrascht. Weiter ging es über traumhafte Wege etwas ins Tal, denn ich müsste ja auf die andere Seite kommen.

Über Blumenwiesen wanderte ich sehr gemütlich Richtung Ziel, ohne Anstrengungen und mit guter Laune. Meine Uhr zeigte mir den Weg, die Beschilderung war auch gut und verständlich, daher ging alles glatt. Ich lief immer Richtung Widderstein, denn hier musste ich drüber. Kurz vor dem Widderstein kam ich an den Grenzstein zwischen Deutschland und Österreich, an dem ich kurz Rast machte. Von hier aus ging es dann den Berg hinauf Richtung Rappenseehütte. Doch vor mir lag noch ein abwechslungsreiches Auf und Ab durch eine tolle Vegetation.

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Ich war nun auf dem der Mindelheimer Hütte gegenüberliegendem Bergkamm angekommen und wanderte so vor mich hin. Es war ein super schöner Weg mit einigen tollen Ausblicken. Auch ein Murmeltier kreuzte meinen Weg und kam mir auf einem breiten Weg entgegen. Überrascht blieb es stehen, schaute mich an und blickte fragend in meine Richtung als wollte es sagen – hey, das ist mein Revier, was willst Du denn hier Du langer Lulatsch. Ich verhielt mich ruhig, fotografierte und beobachtete das Tier in Schockstarre. Wanderer, die nach mir kamen signalisierte ich zur Ruhe und zu langsamen Bewegungen, damit auch sie das Tier sehen konnten.

Nach einer kurzen Weile huschte das Murmeltier in die Blumenwiese und verschwand. Es ging weiter über Bäche, eine schöne Anhöhe mit weitem Blick, tollen Wiesen und am Fusse des Bergmassives. Der Weg umrundete einige Bergkämme und liess mich hinuntersteigen zu Bächen und auf der gegenüberliegenden Seite wieder auf kleinen Graten entlang auf leicht ausgesetzten Trampelpfaden hoch zur Hütte. 

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Kurz vor der Hütte kreuzte ein breiter Wanderweg meinen Pfad und führte auf einem breiten – mit Treppenstufen versehenen Weg hoch zur Hütte. Schon hier war ich platt, konnte nicht mehr und stieg sehr langsam, mit vielen Pausen den Weg empor.

Oben angekommen hatte ich einen tollen Ausblick auf einen Tümpel, der aber angeblich nicht der Rappensee sein sollte, diese lag dahinter. Ich überlegte noch in den See zu springen, entschied mich aufgrund der knackigen Temperatur doch dagegen 🙂

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Tag 4 : Heilbronner Weg

Der nächste Morgen nach einer ausgeruhten Nacht startete mit einem deftigen Müsli und mit einem frühen Start, denn ich wusste dass diese Etappe lange sein wird und da ich alleine ging, war es besser vorweg zu gehen, als hinterher.

Ich startete den Aufstieg in das Bergmassiv mit einigen kleinen Schneefeldern. Die saubere Luft war klasse, ich liebte es. Es war kalt, die Sonne wärmte mein Gesicht und ich fühlte mich prima, auch weil ich mich am Vortag so verausgabt hatte.

Ich war also auf dem Heilbronner Höhenweg. Der Weg führte hinauf durch Geröll und Felsen. Ich fühlte mich ein wenig wie in den Winnetou Filmen der 70er Jahre in denen Pierre Brice mit Lex Barker hinter den Felsen Schutz suchten …

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Der Pfad war gut zu erkennen und er ging gut zu laufen, bis ich an einer Gerölllawine stand über die ich scheinbar hinauf an das Felsmassiv gehen musste. In Serpentinen ging der Weg hoch, mein Druck auf die Füsse wurde häufig mit dem Tritt ins Leere belohnt, da das Geröll nachgab.

Es war beschwerend, aber ich kam oben an, wo die erste Seilsicherung begann. Kletternd erklomm ich den Grat und stand auf einem Felsvorsprung , von dem es über ein Schneefeld in Richtung Hohes Licht hinaufging.

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Da der Tag noch jung war, entschied ich mich gegen den kleinen Exkurs auf das Hohe Licht und ging weiter den ausgesetzten felsigen Grat entlang. Es war abenteuerlich, toll und gefährlich.

Da der Boden feucht war musste ich sehr vorsichtig sein, denn ein Ausrutscher, hätte mich 200m nach unten befördert. Und ich bezweifle, dass ich das überlebt hätte … Daher hatte ich volle Konzentration und sah mich vor.

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Ich ging um verschiedene Felsen herum und kam zu Heilbronner Thörle, einem Durchgang durch den Fels. Ein paar Selfies 😉 und weiter. Dahinter ging es teilweise auf allen Vieren den Berg hinauf bis zu einer tollen Spitze mit wirklich spitzem Gestein und scharfen Kanten. Ein Hammerausblick, das Wetter hielt sich und ich machte kurze Pause auf einem leicht unter dem Summit gelagerten Peak.

Ein kleines Video von dieser Rast findet Ihr hier:

Dann ging es weiter nach unten, wieder hoch, über eine Leiter und eine Brücke auf den anderen Peak, über den Grat entlang der Bergkette folgte ich dem Pfad, immer die fantastische Aussicht vor Augen … ein Traum.

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Es ging etwas hinunter über ein Geröllfeld, bei dem ich sehr vorsichtig sein musste, denn einmal in Bewegung, wäre man schnurstracks ins Tal abgegangen, daher festen Schritt und nicht zu schnell. In einer kleinen Senke ging es dann wieder hinauf um auf der anderen Seite in einer Spalte dann mit Seilsicherung wieder etwas nach unten zu gehen. Ich ging nun immer Richtung Waltenberger Haus und Mädelegabel und folgte der Route 432.

Angekommen auf der Mädelegabel machte ich noch einmal Rast, bevor es wieder hinunter ging und auf der anderen Seite des Bergzuges über Schneefelder Richtung Ziel – der Kemptner Hütte.

Nach dem Schneefeld und dem Geröllfeld ging es weiter bergab Richtung Holzgau. Ich kam an einen kleinen See, an dem sich einige Wanderer die Füsse kühlten und lief weiter etwas tiefer unterhalb der Felsen durch Wiesen parallel zum Trettach im Tal, bis ich zur Abzweigung Holzgau kam, an der ich bereits beim e5 war.

Von hier sah ich bereits zu meiner Linken die Kemptner Hütte liegen, zu der ich dann abstieg. Auf der Hütte angekommen die tägliche Ankommens-Zeremonie: Unterwäsche und T-Shirt waschen, duschen und in die Schlabberhose springen, Klamotten aufhängen, Nachtlager vorbereiten, Handy und Navigationsuhr aufladen und dann runter ins Restaurant – was freute ich mich auf ein Skiwasser und das DAV Abendessen. Würstchen, Sauerkraut und Karzoffel-Pü mit leckerer Sauce. Tag 4 war geschafft.

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Tag 5: auf zum Prinz-Luipold-Haus

Am Morgen das obligatorische Kräfte -Frühstück mit Müsli und Tee, denn Kaffee hatte ich diesen Urlaub gestrichen.

Es ging den Pfad hinauf aber dieses Mal nicht Richtung Holzgau, sondern kurz vorher ging der Weg links ab auf den Hang, der die Kemptner Hütte und deren Aufstieg trennt. Ein wunderschöner Hang, den man kontinuierlich steigend nach oben geht auf einem kleinen engen Pfad. Nach ca. 800m Aufstieg überschreitet der Pfad den Bergkamm unterhalb des Muttlerkopfs und man wandert weiter am Bergrücken entlang unterhalb von mächtigen Felsen durch einen Geröllhang oberhalb des Taufbachs. 

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Abenteuerlich und schön, da man morgens hier schön tollen Sonnenschein hat, der auf dem vorherigen Aufstieg nicht gegeben war, da er im Schatten lag. Nach dem überquerten Geröllhang geht man auf dem Bergrücken einen bezaubernden Gratweg entlang, welcher rechts und links abfallend mit Blumenwiesen versehen ist. Der Gratweg verläuft auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland.

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Hier tummeln sich Murmeltiere in Menge, man kann stehen bleiben und die kleinen Nager beobachten, wie sie pfeifen und Ihre Artgenossen warnen, dass gerade Gefahr droht. Den Weg habe ich entspannt begangen, denn die Steigung ist moderat, der Ausblick toll, denn man blickt in 2 Täler und hat einen schönen Fernblick. Das Wetter spielte ebenso mit, denn es war strahlender Sonnenschein.

Der Weg ist einfach und gut zu gehen und führt zwischen Kreuzeck und Raueck entlang. Bis man auf dem höchsten Punkt oberhalb des Eissees, welche oberhalb der Käsealp liegt, den Abstieg antritt. Ich habe mich auf dem Seichereck noch ein wenig ausgeruht und ein wenig Vesper gemacht, bevor ich in Richtung Käsealp abstieg. Allerdings ging ich nicht soweit hinunter, sondern bog am Ende des Oytals, welches ich super einsehen konnte, rechts ab um am Eissee vorbei in Richtung Wildenfeldhütte zu gehen, an der ich nochmals Rast machte, mein Wasser endlich auffüllen konnte und von dort aus den Anstieg zum Himmeleck antrat.

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Der Aufstieg war heftig, nach der bereits zurückgelegten Tour mit leichtem kontinuierlichem Aufstieg sass mir in den Knochen. Ich schaffte es langsam und mühsam. Oben angekommen noch einmal kurze Rast, trinken und weiter.

Vom Himmeleck führt nun der Weg bergab zur Schönberghütte, am Ende des Bärgundtales. Um allerdings weiter zur Endstation des Tages zu gelangen, musste ich am Gegenhang den Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus machen. Also erst wieder runter vom Himmelseck und rauf zur Hütte. Nach den ganzen Kilometern des Tages war das kein leichtes Unterfangen. Ich erinnerte mich noch gut an die letzten Höhenmeter bergauf und bergab und verstand spätestens jetzt, warum diese Etappe als eine der konditionell anspruchsvollsten in den Allgäuer Alpen gilt.

Ich war am Ende, total ausgepowert, als ich die Steigung nach dem Bachlauf wieder nach oben stieg. Gerade die letzten Meter auf dem Pfad durch die Büsche schienen endlos, er wollte nicht aufhören und ich sehnte mir die Hütte herbei …

Dann die Befreiung, um die Bergkuppe herum erschien mir das Prinz-Luipold-Haus. Super schön, niedlich und auf der Sonnenterrasse einen Hammerblick auf das Himmelseck und das Tal.

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Auf der Terrasse hintenraus einen wahnsinnig schönen Blick auf das Felsmassiv, das ich neben meiner Spaghetti mit Tomatensauce vom Ausblick her genoss.

Same Procedure as every day … Waschen, duschen, trocknen, schlafen – go!

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Tag 6: Zurück zum Nebelhorn

Der letzte Tag versprach im Gegenzug zum vorherigen Tag ein Spaziergang zu werden. Die Etappe war locker an einem Vormittag machbar, dummerweise kündigte sich das Wetter an zu wechseln. Es waren ohnehin schon Regenwolken sichtbar, aber nun sagte die Wettervorhersage, Regen und Gewitter.

Also früh los, den Weg wieder runter bis an das Ende des Tals, wieder hoch an der Schönberghütte vorbei und in einem steilen Aufstieg zum Laufenbacher Eck. Was ich leider vergessen hatte war, dass ich am Vortag schon eine enorme Distanz überwunden hatte, meine Beine waren ein wenig müde. Somit wurde diese Kurzdistanz zu einem echten Kraftakt, der mit Murren und Flüchen letztendlich am Laufenbacher Eck seine erste Pause fand. Der Aufstieg war steil, steinig, schroff, anstrengend, kräftezehrend und einfach fies.

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Als ich allerdings oben war war ich so glücklich, dass ich den Ausblick in vollen Zügen genoss und mir einfach Zeit nahm …

Von hier oben aus ging es nun einen schöne entspannte Tour in Richtung Edmund-Probst-Haus, wo mich meine letzte Übernachtung erwartete. Der Weg war angenehm zu gehen, war allerdings aufgrund der vielen Wanderer ein wenig voll, man musste immer warten und hatte die Bergwelt nicht für sich allein …

Aber so ist das nun mal. Ich habe mich nicht davon abhalten lassen, die Natur auch hier zu geniessen. Mein Ansporn zügig durchzuwandern zeigte sich allmählich am Himmel, denn dort zogen massive Regenwolken auf. Also etwas Gang zulegen und go …

Mit dem umrunden des letzten Berghügels kam sowohl das Edmund-Probst-Haus als auch die Gondelstation in mein Blickfeld. Und mit diesem Blick fing der Regen an. Daher sammelte ich meine ganze Kraft und legte noch einen Schritt zu, um möglichst nicht zu nass zu werden. 

Am Edmund-Probst-Haus angekommen war ich überglücklich, diese ganze Tour geschafft zu haben, wenn auch ich die ganzen Eindrücke noch nicht richtig verarbeitet hatte. Ich war stolz und zufrieden und fragte mich was nun … Beim Blick auf die Uhr sah ich, dass es erst 12.30 Uhr war. Der Blick auf die Wetter-App hiess nichts gutes, denn ich wollte ja eigentlich noch den Hingelangen Klettersteig gehen – nur die Vorausschau sagte – Regen und Gewitter – nichts für den Klettersteig, nichts für Paragliding – also nichts hier in den Bergen … kurzerhand sagte ich mein Zimmer ab, was freundlich entgegen genommen wurde, denn ich hatte ja schon bezahlt. Kurz darauf fuhr mit der Bahn ins Tal, kaufte mir ein bischen Verpflegung und fuhr mit dem nächsten Zug über Ulm nach Hause. Etwas verschwitzt und nicht gerade für die Stadt gekleidet – aber who cares …

Im Zug sitzend kam irgendwie Heimweh auf und ich freute mich dann auch schon auf mein eigenes Bett und zuhause … 

Meine Videos zu der Tour findet Ihr auf meinem Youtube – Channel

https://www.youtube.com/channel/UCwDRVJPHss9ZrMvFSzyN5Yg/videos?sort=dd&view=0&shelf_id=0

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Navigationsdaten in gpx format auf Anfrage.

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