Der Rheinterrassenweg

… von Mainz nach Worms in 3 Etappen

Der Rheinterrassenweg ist ein ca.: 65 km langer Wanderweg, der von Mainz nach Worms führt. Man kann ihn in beiden Richtungen bewandern, ich entscheide mich von Mainz nach Worms zu laufen.

Der Rheinterrassenweg ist normalerweise ein in sechs Etappen angelegter Wanderweg. Von jeder Etappe kommt man wunderbar wieder zum Ausgangspunkt zurück, denn der Zugang zu dem öffentlichen Nahverkehr ist sehr gut.

Von jeder Etappe kommt man wunderbar wieder zum Ausgangspunkt zurück, denn der Zugang zu dem öffentlichen Nahverkehr ist sehr gut.

Auf dem Wanderweg gehe ich von dem Römischen Theater in Mainz über den Mainzer Volkspark zur Laubenheimer Höhe, dort durch die Weinberge nach Bodenheim, den Roten Hang und sehe die Kilianskirche bei Nierstein, Burgruine Landskron bei Oppenheim, die Basilika in Bechtheim, die Hohlwege von Alsheim und schliesslich treffe ich auf das Schloss Herrnsheim in Worms.

Folgt mir auf meiner Wanderung durch die Rheinhessischen Weinberge auf dem Rheinterrassenweg.

Etappe Eins auf dem RheinTerrassenWeg

Ich starte meine Wanderung vom Römischen Theater (Bahnstation) in Mainz und gehe von hier erst einmal durch den Mainzer Volkspark, parallel zu den Bahnschienen.

Heute wird es ein heißer Tag werden, es ist ein strahlend blauer Himmel und Sonnenschein vorausgesagt sind circa 28° C. Ich bin gut gerüstet, denn ich möchte nur die erste Etappe laufen, mit 2 l Wasser und etwas Proviant bin ich hoffentlich gut ausgestattet.

Die letzte Wanderung war bei mir nicht ganz so erfolgreich, da ich immer noch an den Auswirkungen meiner Corona-Infektion zu leiden habe. Trockener Husten und aktuell ein wenig Allergie machen wir etwas zu schaffen. Mal sehen wie weit ich heute komme, mein Ziel ist Bodenheim.

Ich schlendere also entspannt durch den Volkspark, an den Ziegen und den Flamingos vorbei (hier ist ein kleiner zoologischer Bereich), bevor ich zu dem Hotel im Volkspark komme. Kurz davor geht der Weg links über die Bahnschienen hinunter an den Rhein. Ich überquere die Bundesstraße und komme an den Brückenpfeilern zur Rheinbrücke heraus. Hier laufe ich hinunter zum Rhein und von dort ab eine ganze Weile lang parallel zum Rhein und unterhalb der Bahnschienen.

Kurz bevor ich das Betonwerk erreiche, geht der Weg links ab über die Brücke, ich überquere erneut die Bundesstraße und die Bahnlinie und gehe parallel zur Autobahn den Berg nach oben. Hier umrunde ich ein Naturschutzgebiet mit einem Naturlehrpfad, der unter mir in das Naturschutzgebiet abbiegt.

Der Weg geht nun steil nach oben. Ich behalte meinen Schritt bei und merke allerdings, als ich oben angekommen bin, dass ich ganz schön außer Puste bin. Nichts desto trotz ich führe meinen Weg mit gleich Geschwindigkeit weiter fort. Oben angekommen überquere ich die A60 Autobahn und gehe in einem kleinen Park weiter nach oben, an einem Wohngebiet vorbei. Der Weg biegt noch einmal links ab und ich umrunde ein Feld und auf der linken Seite den abgesperrten Bereich der Weisenauer Kiesgrube, die nicht mehr in Betrieb ist.

Von hier muss ich erneut den Berg erklimmen, nachdem ich das gemacht habe, geht es wieder nach unten, parallel zur Landstraße um später an der Laubenheimer Höhe heraus zu kommen. Der Weg überquert die Landstraße und ich bin in den Weinbergen von Laubenheim. Ab hier geht der RheinterrassenWeg eigentlich erst so richtig los. Denn nun bin ich in den Weinbergen oberhalb Laubenheims und auf der Anhöhe über dem Rhein.

Der Weg zieht sich nun sehr lang oberhalb der Dörfchen Laubenheim und Nackenheim, hier muss man ein wenig vorsichtig sein, denn für sonnenempfindliche Wandernde sollte hier auf jeden Fall eine Kopfbedeckung getragen werden, denn es gibt hier oben keinen Schatten!

Schon die ganze Zeit fliegen Flieger über meinen Kopf, hier in Laubenheim ist die Haupteinflugschneise des Frankfurter Flughafens für den Flugverkehr, der über Bingen den Flughafen anfliegt. Ich entscheide mich meine Kopfhörer ins Ohr zu packen und mit ein kleines bisschen Elektromusik den Weg weiter fort zu setzen. Wenig später komme ich auch unterhalb des Restaurants ‚Laubenheimer Höhe‘ heraus, von dem man einen traumhaften Blick auf die Rheinebene hat. Es liegt mitten in den Weinbergen oberhalb von Laubenheim.

Der Weg läuft immer gerade aus, auf diesem Höhenzug. Obwohl es sehr warm ist heute, geht hier oben immer ein angenehmes Lüftchen, dass den Körper kühlt. Nach einem kleinen Weinberghäuschen auf der rechten Seite geht der Weg links nach unten ab. Ich komme hier an einem weiteren Weinberghäuschen heraus, dass mit Backstein gemauert ist. Ein absolut süßes Hexenhäuschen. Hier würde ich auch einziehen…

Weiter geht es den Weinberg nach oben und dann wieder auf dem Höhenzug, eine geteerte Straße, weiter Richtung Bodenheim zu wandern. Ich bin gut drauf, meine Kondition ist gut und ich denke ich werde es noch weiter als Bodenheim schaffen.

Am liebsten würde ich nach Nierstein an den roten Hang wandern, dort etwas essen und ein Glas Riesling Kabinett aus dem Roten Hang trinken. Nur wenige Meter nachdem ich diesen Gedanken gefasst habe, sehe ich in der Ferne eine Bank im Schatten. Hier werde ich rasten und meinen Flüssigkeitshaushalt wieder auffrischen. Dummerweise habe ich mein belegtes Brot zu Hause vergessen, so dass ich nur abgepackte Schoko-Croissants und Weintrauben im Tupper dabei habe. Wird also ein kleines Mittagessen.

Nachdem ich Bodenheim links neben mir gelassen habe und weiter gelaufen bin, komme ich nach Nackenheim durch die Weinberge. In Nackenheim komme ich erst am Friedhof unter wunderschönen Friedhofskapelle heraus, gehe dann durch den Ort hindurch, um an die Bergkapelle auf der anderen Seite des Tals zu kommen. Etwas weiter oben gibt es die Möglichkeit einzukehren, denn hier wartet der Weingarten mit Sonnenschirm auf seine Gäste.

Ein wenig später geht es an einer Jesus Statue links in die Weinberge hinauf. Hier befinde ich mich jetzt endlich auf dem Höhenweg zwischen Nackenheim und Nierstein.

Wenn meine Orientierung mich nicht komplett täuscht, dann sollte ich an dem roten Hang in Nierstein herauskommen. Auf dieser Etappe bin ich auch dem Rhein wieder sehr nahe, ich sehe ihn hier von oben vom Wein-Wanderweg links unter mir hinter einer kleinen Landzunge oder besser einer kleinen Insel, die direkt gegenüber Nackenheim ist. Ich befinde mich nun an dem Aussichtspunkt Ehrenkreuz Nackenheim und blicke auf Hofgut Kisselwörth und Sändchen.

Für mich geht es weiter auf dem Höhenweg durch die Weinberge. An der Riesling-Hütte (Schönste Aussicht 2012) geht der Weg vom Rhein weg, kommt aber wenig später dann wieder zurück.

Der Rest des Weges nach Nierstein wandere ich an den tollen Lagen des Roten Hangs vorbei. Der Rote Hang ist unter den Rieslingkennern aufgrund seiner Weine mit langer Haltbarkeit, hoher Fruchtigkeit und Mineralität geschätzt. Die rote Erde enthält viel Eisen, was die Minerlität des dort wachsenden Weines ausmacht.

Vorbei an dem Alexander-von-Humboldt-Blick erreiche ich wenig später die Kirche von Nierstein – die Kilianskirche, gehe durch den Ort und kehre bei Ernie und Illi noch auf einen Kaffee und Kuchen ein.

Danach geht es für mich weiter geradewegs zum Bahnhof – ich bin nun echt platt. Nach 25.12 km freue ich mich auf eine Dusche und auf die nächste Etappe nächstes Wochenende.

Etappe zwei auf dem RheinTerrassenweg

Heute geht es von Nierstein nach Mettenheim, das ist die geplante zweite Etappe des Rheinterrassenweges, die 25 km umfasst.

Nachdem ich durch das schöne Dorf Nierstein gegangen bin, geht es hoch zum Weingut Raddeck, das oberhalb von Nierstein liegt. Ein sehr modernes Weingut mit Außen-Gastronomie, von der man aus einen tollen Blick über Nierstein und die Rheinebene hat.

Mein weiterer Weg führt mich am Rastplatz ‚Hummertal’ vorbei durch die Weinberge oberhalb von Nierstein. Diese Etappe zum nächsten Ort ist relativ kurz, denn Oppenheim ist recht nah. Schon nach ein paar Minuten geht es an einer kleinen Kreuzung zu der Ruine Landskron ab, von der aus man einen wunderschönen Blick auf Oppenheim hat.

Ich schaue mir die Ruine an, drehe ein paar Videos, mache Bilder und wandere oberhalb der Burgruine weiter durch die Weinberge, auf dem Höhenweg oberhalb von Oppenheim weiter Richtung Worms.

Auf meinem Weg komme ich in den Weinbergen an dem Krötenbrunnen vorbei, dieser wurde 1976 erbaut, wie ihr Euch vorstellen könnt ist der Brunnen bei Temperaturen um die 28° C, die jetzt schon seit längerem hier in Rheinhessen herrschen, recht ausgetrocknet. Ich gehe weiter auf diesem Höhenweg oberhalb von Oppenheim um weiter Richtung Worms die nächste Station Dienheim und Guntersblum anzupeilen.

Das Rheinland-Pfalz, oder besser Rheinhessen ein kommunikatives und offenes Land ist, zeigt sich an den verschiedenen Rastmöglichkeiten seitlich des Wanderweges. Hier auf dieser Etappe oberhalb von Oppenheim folgt der Rheinterassenweg ebenfalls dem Luther-Weg, immer wieder gibt es kleine Tafeln, auf den Informationen zu Wein und Luther vermerkt sind und so auch, dass in der Vergangenheit während der sogenannten Warmzeit hier der Weinbau begann.

Aufgrund der 350.000 ha Weinanbaugebiet war der Wein so günstig, dass er als alkoholisches Getränk das Bier abgelöst hatte. Zu der damaligen Zeit war der Pro-Kopf-Verbrauch bei im Durchschnitt 150 l pro Person. Als ich auf dem weiteren Weg ein wenig nachrechne frage ich mich, was sie damals mit dem restlichen halben Jahr gemacht haben? Ausschliesslich Wasser getrunken…? 😂

An einem kleinen Aussichtspunkt mit einer süß gemauerten Hütte (Hütte der Aufbaugemeinschaft Dienheim) oberhalb von Dienheim mache ich kurz Pause – trinke etwas und esse eine Kleinigkeit.

Nach einigen Kilometern (hinter dem Ort Ludwigshöhe) durch die Weinberge, komme ich unten an der Landstraße heraus und gehe eine Zeitlang direkt parallel zur Strasse.

Hier hätte man die Wegführung vielleicht etwas anders gestalten können, ich sehe auf der rechten Seite ein klein Canyon, ein Einschnitt in den Weinberg den man so wahrscheinlich nicht hätte einfach überqueren können. Wie würde sich aber vielleicht eine kleine Brücke als Attraktion anbieten. Wäre zu überlegen…

Mein Weg geht von der von dem skizzierten Weg am Weinberg entlang links ab auf einen kleinen Pfad der sich durch den Wald schlängelt. Wenig später komme ich am St. Viktor-Brunnen heraus. Rechts vom Brunnen sind Treppen, die nach oben in den Weinberg führen. Ich stapfe die wenigen Stufen nach oben und verstarre plötzlich.

Nachdem ich mein Blick nach links schweifen lasse, sehe ich ein Reh, welches neben dem Weinberg grast. Ich halte inne und beobachte es. Eine Zeitlang starren wir uns gegenseitig und bewegungslos an. Muss ein Bild für die Götter gewesen sein 😂

Auf meinem weiteren Weg am Brunnen vorbei komme ich auf ein Forstweg, wenig später geht es links ab in einen Hohlweg, wo der Wanderweg unterhalb der Weinberge läuft dieser viel zu lange entlang, bis ich oben in den Weinbergen heraus komme. Und plötzlich stehe ich vor dem Römerturm.

Hier oben setze ich mich auf die Bänkchen und mache noch einmal eine kurze Rast, trinke was, bevor es dann weiter nach Guntersblum geht.

Nach dem Römerturm geht es ordentlich nach unten, bevor man an die Ortsgrenze von Guntersblum kommt. Hier befindet sich der Friedhof auf der linken Seite, an dem man rechts die Landstraße hochgeht und dann links zum Rheinterrassenhof abbiegt.

Von hier aus geht es wieder in die Weinberge bis links ein Schild Weinlehrpfad erscheint, hier geht man wieder etwas nach unten in die Gemarkung Guntersblum. Die Gesamtfläche des Weinbaugebietes Guntersblum hier liegt bei 463 ha, das bedeutet 33 % der Gesamtfläche von Guntersblum die bewirtschaftet wird. Nach erneuten mehreren Kilometer durch die Weinberge, komme ich oberhalb von Alsheim bei der Kirchenruine Maria Magdalena und Jakobus heraus, mache den Abstecher allerdings nicht und gehe auf dem RheinTerrassenWeg weiter. Ich laufe durch ein kleines Gehöft und kurz danach erspähe ich den Panorama Blick ‚Tisch des Weins (Rastplatz am Rheinterrassenweg)‘, wo ich erneut kurze Rast mache.

Dann geht es weiter durch einige Hohlwege, die wohl besonders bekannt für das Alsheimer Gebiet sind, weiter. Ich fühle mich immer noch fit, wenn auch die Temperaturen wirklich hoch sind. heute sind es weit über 30 °C. Und in den Weinbergen ist es nochmal wärmer.

In Alsheim angekommen geht es ein kleines bisschen durch die Stadt am Bürgerhaus vorbei und dann gegen Westen wieder die Straße hinauf aus dem Dorf hinaus.

Kurz darauf geht links ein Hohlweg ab, dem folge ich und gehe von hier oberhalb von Alsheim Richtung Mettenheim. Ich laufe zwischen den Weinbergen und den Häusern entlang, gehe allerdings immer ein kleines bisschen höher in die Weinberge hinauf. Hier ist keine einheitliche Weinlage, es ist immer wieder unterbrochen durch Abbruchwände, die den Höhen unterschied ausgleichen. Diese Einheitlichkeit wie beispielsweise in Nierstein ist hier nicht gegeben, der Weinbau ist hier noch sehr natürlich und nicht von Menschenhand in ein festes, breit zu bearbeitendes Gebiet gepfercht.

Schon die ganze Wanderung sehe ich am Horizont vier große Blöcke, ich kann mir nicht genau erklären was das sein mag, je nachdem wie nah ich komme, hatte ich anfangs vermutet es handelt sich um Hochhäuser, hier in Alsheim wird mir jedoch klar, dass man sich auf der Höhe von Biblis befindet, es handelt sich daher um die vier Kühltürme des Atomkraftwerkes, die man hier nah mit erleben kann.

Dieser Ausblick aus den Weinbergen heraus trübt ein wenig die wunderschöne Landschaft, aber immerhin hat uns diese Energieform die wirtschaftlichen Aufstieg ermöglicht und je nachdem, wie man Atomkraft nutzen würde, wäre sicherlich auch eine klimaneutrale Energieform. Die Problematik die allerdings bislang nicht behoben ist es die riesige Gefahr, die aus der Endlagerung und möglicher Fehlerszenarien resultiert.

Daher bin ich auch ein Fan von alternativen Energien wie Sonne, Windkraft und Biogas-Anlagen. Aber das sind Gedanken, die mir beim Anblick des AKWs durch den Kopf gehen – und schliesslich bin ich kein Wissenschaftler, der sich mit Energieproduktion auskennt. Zudem ist diese Diskussion, um welche Form man sich mehr bemühen sollte, gerade aufgrund der Russland-Ukraine-Krise sehr politisch und aufgeheizt.

Die Strecke von Alsheim nach Mettenheim strengt mich ordentlich an, die Sonne geht so langsam weg, Wolken ziehen auf, obwohl den ganzen Tag über 30°C und strahlender Sonnenschein war. Ich merke jetzt allerdings die Kilometer und die Etappe zwischen Alsheim und Mettenheim zwischen den Weinbergen strengt mich ordentlich an. Zur Hälfte der Strecke kommt auch noch einen Anstieg hinzu, der Weg geht vom Rhein weg in ein kleines Tal, als ob man das Gefühl hat, man müsste weitere Kilometer machen und geht dann über den Berg herum wieder Richtung Mettenheim. Kurz vor Ortsbeginn, den Ort sieht man schon im Tal links liegen.

In Mettenheim würde ich die Bahn zurück nach Hause nehmen und am morgigen Tag hier wieder meine letzte Etappe nach Worms absolvieren.

Vorbei am Aussichtspunkt Odenwaldblick geht es für mich auf die letzten Meter der Etappe. Ich bin schon komplett groggy, das Wetter hat mir die letzte Energie genommen.

Glücklich und zufrieden erreiche ich ein Weinberghäuschen oberhalb von Mettenheim, wenig später biegt hier der Weg in einen weiteren Hohlweg rechts ab. Da ich jedoch zum Bahnhof muss, gehe ich gerade aus der Beschilderung auch. Ich realisiere erst am Bahnhof, dass die Distanz erneute 1,4 km waren, die ich durch den Ort Mettenheim zurücklegen musste.

Am Bahnhofangekommen belohne ich mich mit den verbleibenden Weintrauben aus meinem Tupper, die ich mitgenommen habe und leere meiner Wasserflasche restlos.

Etappe Nummer drei des RheinTerrassenWeges

Ich starte mit etwas Verspätung (da die Bahn heute einige Ausfälle hatte) meine letzte Etappe nach Worms auf dem Rhein-Terrassen-Weg. Ich gehe in Mettenheim wieder vom Bahnhof zum Ausgangspunkt hinauf, und wandere gern Süden zwischen den Weinbergen auf einem Feldweg entlang. Heute sind es nur 28° C, in der Spitze ab 14:00 Uhr soll’s noch einmal weit über 30° C erreicht werden. Eigentlich, genau wie gestern, ein kleines bisschen zu heiß um so eine Wanderung zu machen, aber so habe ich es mir ausgesucht und da geh ich jetzt durch. Auch wenn die Tour die letzten Tage keinen Schatten bietet und in den Weinbergen die Temperaturen noch einmal höher sind, als im Wetterdienst angegeben. Aber Wurscht – los gehts.

Auf der Anhöhe in den Weinbergen angekommen geht es wieder eine ganze Weile in der prallen Sonne durch die Weinberge. Ich treffen erneut auf einen Weinlehrpfad, in dem an einer Stelle viele unterschiedliche Weinsorten als Rebe in Reih und Glied stehen. Wenig später komme ich ihn in dem kleinen Ort Bechtheim an, hier steht eine wunderschöne kleine Kirche, die wie eine Basilika wirkt, die neu restauriert wurde. Die Kirche Sankt Lambertus. Der Weg führt direkt daran vorbei und das Anschauen lohnt sich alle Mal.

Bechtheim ist ein süßes kleines Weinörtchen, mit einigen sehr interessanten Gebäuden. Als ich durch das das Zentrum laufe, ist gerade gerade eine Flohmarkt-Sonntag, die Jugendlichen saßen in den Einfahrten und haben ihr nicht mehr benötigtes Hab und Gut zum Kauf freigegeben.

Die Etappe geht im Süden aus dem Ort heraus, hier ist auf der linken Seite ein kleiner Gasthof, der von außen sehr interessant aussieht, doch leider ist es noch so früh, dass ich nichts essen kann. Ich gehe wieder hinauf in die Weinberge, weiter Richtung Süden in Richtung Worms, die Höhe der Weinberge nimmt hier allerdings merkbar ab, die Weinberge sind hier nicht mehr ganz so hoch wie beispielsweise in Nierstein. Nach einer Weile biege ich links ab und laufe gerade zu auf den Reihen zu, habe hier das Atomkraftwerk Biblis direkt im Blick und laufe darauf zu. Zu meiner Rechten sehe ich Osthofen und Worms mit dem Wormser Dom, dessen Silhouette sich am Himmel abzeichnet. So habe ich immer einen guten Anhaltspunkt, in welche Richtung ich laufen muss.

Nach einiger Zeit komme ich nach Osthofen hinein, das erste Gebäude was mich dort begrüßt, ist ein großer gelber Turm eines Industrieunternehmens. Hier biege ich links ab und gehe seitlich an den Einfamilienhäusern Osthofens vorbei. Hier beginnt mir auch zum ersten Mal ‚die Muschel‘, die das Zeichen der Pilger und des Jakobsweges darstellt. Offensichtlich ist dies jetzt die Etappe des Jakobsweg, der nach Worms führt. Worts ist nämlich ein Knotenpunkt der Pilgerwege, die dann weiter nach Santiago de Compostella führen.

Osthofen ist eine der ältesten Weinbaubetreibenden Gemeinen, sie wurde scheinbar urkundlich erstmals 784 im Locher Kodex erwähnt. Das Wahrzeichen der Stadt ist die baugeschichtlich bedeutsame Bergkirche, die auf dem Goldberg thront und den Ort überragt. In mitten der Reben von denen die Wein- und Sekt-Stadt Osthofen im sonnigen Wonngau umgeben ist, liegen sehr gut erhaltene Weinbergshäuschen die zum gemütlichen Verweilen einladen. Am Ende des Pfades stehe ich nun an einer Landstrasse. Direkt gegenüber ist eines der bekanntesten und der schönsten Weinberghäusschen, das Leckzapfen, Rheinhessens schönstes Weinberghäusschen,das 2011 sogar prämiert wurde. Für was es alles Prämierungen gibt, denke ich mir still und stapfe die Treppen zum Häuschen hinauf.

Ich gehe durch Osthofen hindurch auf der linken Seite findet man ein extrem hohes weißes Gebäude, sieht fast so aus wie ein Bunker oder ein Silo, was die Stadt leider total verschandelt. Im weiteren Verlauf gehe ich durch die Innenstadt hier finden finden sich schöne Restaurants und Weingüter, die zum Pausieren einladen. Für mich geht es allerdings weiter Richtung Bergkirche, die Bergkirche ist das Wahrzeichen von Osthofen, und gilt als das größte Weinberghäuschen von Osthofen. Vielleicht könnte man sagen das ist das größte Weinberghäuschen in der ganzen Welt. Hier oben setze ich mich hin, trinke etwas und schaue über Osthofen. Dann geht es wieder weiter, unterhalb der Kirche auf dem Rundweg um den Friedhof herum. In einem Garten plantschen Kinder im Pool, hach wäre das nun schön, denke ich mir, aber der Weg zieht mich weiter …

Es geht wieder in die Weinberge, wie ihr euch sicherlich denken könnt, eine ganze Weile wandere ich durch die Weinberge, von hier aus ist ein toller Blick über die Rheinebene, wenn auch der meiste Anblick auf Biblis und Lager oder Fabrik Hallenroute. Im Weinberg geht es für mich gerade auf, es ist 14:30 Uhr, d.h. es ist die hat es die wärmste Zeit aktuell. Es liegen 32° C an, mein Puls geht auf 136-141 hoch, als ich dann nach links abbiege um wieder gen Süden zu gehe, trifft mich ein schöner Windstoß – das ist doch Weltklasse, wenn es warm ist. Wenig später komme ich an einem Aussichtspunkt vorbei, der scheinbar einmal ein Platz für ein Flakgeschütz war. Nun dient er als Aussichtspunkt über die Weinberge. Der Weitere Weg führt nun durch die Weinberge, soweit das Auge reicht. Die Temperatur steigt, mir läuft die Brühe durch das Gesicht und ich verlangsame meinen Schritt ein wenig. Vom Weg nach Osten sehe ich ein Weinberghäusschen. Das möchte ich mir ansehen und wie sich herausstellt ist es das ‚Weisse Häuschen‘ ein echt niedliches Weinberghäusschen in Form eines Turmes. Zurück auf den Hauptweg geht es weiter durch die heissen Weinberge – keine Menschenseele (wie auch schon gestern) unterwegs. Die wissen warum und haben die Pools, Freibäder und Badeseen aufgesucht 🙂

Nachdem mich mein Navi weiterhin nach Westen ziehen möchte, um eine große Runde durch die Weinberge zu machen, entscheide ich mich hier den Weg zu verlassen und einfach gerade aus weiter zu gehen, denn nach gefühlten 2 km, werde ich hier automatisch wieder auf den RheinTerrassenWeg stoßen. Es kann natürlich sein das ich hier etwas runter und wieder hochgehen muss, aber das bin ich bereit um unnötige Kilometer durch die Weinberge bei diesen Temperaturen zu vermeiden.Dadurch werde ich allerdings keinen näheren Blick auf die St.-Michaels-Kapelle auf dem Klausenberg erhalte. Durch meine Entscheidung spare ich die Sankt Michaeliskapelle am Klausenberg aus. Der Wanderweg wäre ohnehin nicht direkt bei ihr vorbei gegangen, sondern etwas weiter vorne, aber wie gesagt bei den aktuellen Temperaturen versuche ich ein wenig Weg einzusparen. Ich überquere eine Bundesstrasse über eine Brücke und setze mich dort ein wenig in den Schatten. Ich bin jetzt schon ziemlich platt und kann mich schlecht konzentrieren. Ich trike noch einmal und hoffe, dass der weitere Wegverlauf ein wenig im Schatten verläuft.

Im weiteren Verlauf überquere ich einen geschotterten Fahrradweg. Wenn ihr an diesem Fahrradweg ankommt, den ihr überquert, dann solltet ihr auf der folgenden 100m aufmerksam sein. Auf der rechten Seite etwas oben liegt ein kleines Backsteinhäuschen, ein Weinbergshäuschen, dahinter kommt die Kapelle Sankt Anna. Um die nicht zu verpassen, solltet ihr kurz hinter den Backsteinhäuschen rechts den schrägen Weg hinauf nehmen und dann links oberhalb des normalen Weges laufen, dann kommt ihr auch an die Kapelle heran. Kurz hinter der der Kapelle auf der linken Seite befindet sich auch eine Madonnenstatue, diese ist auch von unten vom Weg erkennbar. Hier habe ich realisiert, dass ich zu die Kapelle verpasst habe. Da von dem Blickpunkt aus nicht ersichtlich ist, ob ich nochmal zur Kapelle hochkomme, habe ich mich entscheiden umzukehren und den schrägen Weg nach oben genommen. Man kann aber tatsächlich auch nach der Kapelle einen Feldweg noch nach oben nehmen – läuft dann halt noch mal etwas zurück.

Kleiner Tipp an das Wege-Management, diesen kleinen Schlenker vom Hauptweg könnte man in der Tat ausschreiben. Über den bereits bestehenden Trampelpfad unterhalb der Kapelle, könnte man Holztreppen einsetzen, dann kommt man doch ohne Probleme wieder später auf den Hauptweg zurück. Somit umgeht man, dass manche unaufmerksam Wanderer diese schöne Kapelle, die während ich dort war renoviert wurde, verpassen.

Nachdem ich von der Kapelle Sankt Anna die kleinen Stufen herunter gelaufen bin, komme ich an eine Bundes- oder eine Landstraße, überquere diese und gehe durch ein Gatter auf einem Pilgerweg. Dieser führt in den Schlossgarten des Schlosses von Worms-Herrnsheim. Das Gebäude ist sehr schön, ein toller Schlosspark führt sich von Norden an das Gebäude rau. In einer Schattigen Ecke befindet sich ein kleiner Biergarten und beim Ausgang aus dem Park ist auf der linken Seite eine Restauration mit Sonnenschirmen.

Hier endet offiziell der Rheinterrassenweg und zum Bahnhof führt dann noch ein unspannender, sich lange hinziehender Zuweg von ca. 4 weiteren Kilometern. Leider gibt es näher keinen Bahnhof, daher muss ich in der heißen Nachmittagssonne nun noch diesen ewig langen Weg zum Bahnhof gehen.

Startpunkt: Mainz-Römisches Theater

Dauer: E1: 4,58 h E2: 4,39 h E3: 4,40h

Länge: E1: 25,12km E2: 22,34km E3: 23,32km

Temperatur: zwischen 32°C und 37°C

Höhenmeter: E1: 393m / 382m E2: 458m / 448m E3: 258m / 228m

Highlights: Mainzer Volkspark, Laubenheimes Höhe, Oppenheimer Ruine und Kirche, Roter Hang, Niersteiner Bergkirche, Weinberghäusschen, Herrnsheimer Schloss

Die GPX Dateien zur Tour findet Ihr hier:

Etappe 1Etappe 2Etappe 3

Mein persönlich geplanter Rheinterrassenweg (Highlight-Etappe)

Weitere Informationen zum Rheinterrassenweg findet ihr hier: https://www.rheinhessen.de/rheinterrassenweg

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