Lüneburger Heide 2.0

Ein verlängertes Wochenende in der Lüneburger Heide war das Ziel des diesjährigen Fronleichnams-Wochenendes. Zur Bewältigung standen 3 Etappen des Heidschnuckenwanderweges, dessen 2te Etappe zu Deutschlands schönstem Wanderweg 2014 gekürt wurde. Mehr dazu hier: http://www.heidschnuckenweg.de

Die Route die ich ausgesucht hatte war von Norden nach Süden von der Stadt Buchholz in der Nordheide nach Süden nach Niederhaverbeck. Da dort mein Auto stehen bleiben sollte übernachteten wir zunächst in Niederhaverbeck in einem sehr familiären, sauber und schönen Hotel dem Gasthof Menke. Die Anfahrt war lang, da wegen des langen Wochenendes einige den Ausflug suchten und nach Norden unterwegs waren.

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Gasthof Menke bei TripAdvisor

Das Zimmer war einfach, sauber und ruhig. Der Service am nächsten Morgen sehr freundlich und nett, die Besitzerin sehr freundlich. Das Frühstücksbuffet reichhaltig und mit sehr viel Liebe gemacht … Es sollte das beste sein, der nächsten 3 Tage … Ich kann leider nur mutmassen, aber wir hätten dort auch gerne einmal zu Abend gegessen, ich bin mir sicher vom Frühstücksbuffet auf dieAbendspeisen schliessen zu können und wir werdn das bestimmt noch einmal ausprobieren …

Das Gasthaus liegt südlich des Wilseder Berges und ist daher auf der touristenabgewandten Seite des Berges. Der Norden rund um Undeloh sieht da wohl anders aus, aber das werden wir noch erleben.

Erst Mal ging es mit dem Bus nach Wintermoor zu Bahnstation. Doch der Bus fährt am Feiertag nicht. Nach 10 min warten fiel mir das ein – dann halt per Taxi App mein Taxi rufen. Die Dame freundlich und lachend. „Wir haben keinen Feiertag, ich hole Sie gerne ab, aber der Bus wird gleich kommen“ Ich dankte Ihr und wir stiegen 10 Minuten später in den Bus, der uns kostenlos nach Wintermoor brachte, wowir von dort aus mit der Regionalbahn 20 min nach Buchholz fuhren.

Von dort der Einstieg in die 2te und scheinbar schönste Etappe des Heidschnuckenwanderweges. Der Einstieg im Wohngebiet hinter dem Bahnhof war eher ernüchternd, wurde aber dann zu einem kleinen Pfad an einem Weiher vorbei, parallel zu den Bahnschienen an einigen tollen Gärten der Einfamilienhäuser vorbei.

Von dort aus durch den Wald, schöne Wege und abwechslungsreiche Vegetation. Dann durch die angebliche Höllenschlucht. Eine kleine Schlucht aber sehr süss und angenehm ruhig und toll romantisch. Nach der Höllenschlucht weiter, plötzlich ein offenes Feld, die Heide bietet sich dar. Kurze Pause, dann rauf auf den Brunsberg.

Tolle Aussicht und ein toller Rundumblick – zudem gingen hier viele Wege sternförmig ins ‚Tal‘  der Berg ist 129 m über NN – also für Taunustouristen und Alpenwanderer ein Sandhügelchen – aber dennoch …

Von dort wieder runter Richtung Süden durch den Mischwald, Richtung Büsenbachtal. Hier ist die Abbiegung nach  links parallel zur Schnellstrasse nicht gut ausgeschildert, daher gab es hier – vorbei ein Villen mit Parkähnlichen Gärten – 2 km zusätzlich für Hin und doch wieder zurück …😂

Der Weg ist auf jedem Fall toll. Auch im weiteren Verlauf ist der Weg sehr schön, nach einer Abzweigung ging es in Richtung Büsental.

Erst hoch auf die höchste Stelle des Tal, dann am Bächlein hinab zum Einkehren in den Schafstall, ein Cafe un Restaurant. Tolle Örtlichkeit, aber schon ein wenig saftige Preise. Dennoch die Einkehr war nötig, da es bereits kurz vor drei Uhr war. Bewertung findet Ihr auf Tripadvisor.

Das Essen war ok, aber in meinen Augen überteuert. Ich ass Heidschnuckenfrikadellen mit Kartoffel-Linsensalat für 10,90€, was erstmal nicht teuer wirkt, aber 2 kleine Frikadellen mit einem kleinen Häufchen Kartoffelsalat – mehr gabs leider nicht.

Das Spiegelei meiner Freundin war mit Salat und Bratkartoffeln für 8,90€ voll in Ordnung. Daher war mein Gericht wohl ein Ausrutscher. Die anderen Gerichte fand ich allgemein zu teuer, auch wenn ich nicht entscheiden kann wie gross sie waren. Spargel mit Kartoffeln für 18,50€ ??? Nunja. Ambiente prima, Service sehr freundlich, aber zu der Zeit mit 1 Person unterbesetzt.Ein schönes Ausflugslokal, mit lecker anmutenden Kuchen und in einem Traumtal der Lüneburger Heide.

Schafstall bei TripAdvisor

Nach dem Essen weiter das Tal wieder hoch, dort kam uns eine Herde Heidschnucken entgegen.

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Weiter das Tal hoch und oben angekommen ging es den geraden Weg durch den Mischwald fast parallel zum Tal wieder runter. Nun waren es bereits mehr als 19 km, obwohl die Etappe 2 des Heidschnuckenweges nur eine Strecke von 15km vorsah. Aber durch die schlechte Beschilderung waren wir ja falsch gelaufen.

Unten angekommen dann durch das Dorf in Richtung Bahnhof, dort hatte ich ein Zimmer in dem einzige auf booking.com befindlichen Hotel/Gasthof im Dorf gebucht. Der Gasthof Fuchs ein absolut modernes Hotel mit angeschlossenem Gasthof und zünftiger Küche – leider stehengeblieben im Jahre 1981. Mobiliar, Telefon, Bett und Essen zeugen davon. Das Essen wurde aussen mit immer frisch und immer lecker – einfach fuchs angepriesen. Leider war es nur einfach Fuchs … not more.
Die Hauptzielgruppe waren 65+, so dass wir hier den Altersdurchschnitt enorm senkten. Dementsprechend scheint auch das Essen abgestimmt gewesen zu sein …

Das Abendessen: Heidschnuckenbraten in Pfifflerlingsauce mit Apfelrotkohl, Heidekartoffeln, Kroketten und Preiselbeeren. Was davon voraussichtlich frisch,war entzog sich meiner Kenntnis. Der Braten war sehr gut, schön mürbe gekocht, das war das Highlight. Apfelrotkohl hat Äpfel glaube jch nie gesehen und kam aus der Tüte,Dose oder Eimer, Pfifferling waren nicht abgetropft, sondern so vollgesaut in eine mit Fertigsauce abgebundene Bratensauce gepackt, dass der Sud beim Draufbeissen rauslief und man konnte beim Draufbeissen den Hersteller des Pilzglases erschmecken. Heidekartoffeln waren leider wässrig, weil wohl mittags schon vorgekocht, Preiselbeere ohne Beanstandung, Kroketten aus altem Fett, mir erschließt sich Salzkartoffeln UND Kroketten bis heute nicht, lieber nur eins und dafür die Qualität hochfahren. Egal, wir hatten Hunger und dafür wars ok, für den Preis von 15,90€ müsst Ihr selbst entscheiden. Ich glaube da ist noch viiiieeelll Platz nach oben.

Frühstück stellte sich ähnlich liebevoll dar, verpackte Marmelade, unlecker präsentierte Wurst und Käse, Rührei schon echt nicht mehr ansehnlich und es waren noch 45 min von den 2 Stunden Frühstückszeit. Zwar fragte die Bedienung freundlich ob sie noch was nachmachen lassen sollte, wir verneinten aber freundlich beim Anblick des leidenden Bacon neben dem Rührei, das definitiv Eigelbfarbe gesehen hatte. Die Brötchen allerdings waren super lecker und verdienten die abgepackte Marmelade definitiv nicht. Eier waren wachsweich und warm, schmeckten auch sehr gut und waren herrlich auf den wachsweichen Punkt. Gerettet.

Hotel Restaurant Fuchs bei TripAdvisor

So dann weiter auf den Heidschnuckenweg. Leider haben wir den Weg nach Inzmühlen genommen und haben den Einstieg am Bahnhof versemmelt, dafür einen tollen Bioladen mit Kartoffeln, Spargel, Blumen usw. gesehen, toll.

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Dann weiter an der Strasse, bis ein Wanderweg rechts abging Richtung Jugendherberge, die einigen Flüchtlingen aus Syrien zur Verfügung gestellt wurde. Dann in den Wald und von dort an einem schönen Heidestück vorbei. Leider unwissenderweise nicht auf dem Pfad, aber in die richtige Richtung ….

Von dort aus auf einem schönen Waldweg weiter Richtung Wesel. Links ab an einer Kreuzung und zwischen Feldern hoch nach Wesel, an einer Schweinmastanlage vorbei. Ruhig mal einatmen, damit man weiss, wie Schweinemast wirklich riecht, brrr. Ekelig.

In Wesel sollte die Rast sein, aber auch der letzte Gasthof hat dicht gemacht, daher suchten wir das Hexenhäuschen, ein ehemaliges Backhaus, dass nun zu einem Standesamt umfunktioniert wurde. Beim Fragen einer freundlichen Dame eröffnete sie mir, dass ich direkt davor stehe – und schwups bemerkte ich das niedliche Häuschen, vor dem Sie Blumen pflanzte … von dort aus weiter Richtung Undeloh.

An einem Reetdach vorbei, einem Weiher und wieder bergauf in die Heide hinein. Super schön.

Von dort aus am Rande de Heide entlang hoch und runter bis zu einem Parkplatz, dort wieder durch einen schönen Mischwald und auf einem richtig weichen Waldweg wie auf Moosschuhen Richtung Undeloh. Nach den absolvierten 16 km, denn durch die erneute Verirrung hatten wir scheinbar km eingespart erreichen wir den Dorfeingang. Dort angekommen erspähten unsere Augen einen Bus vor dem Hotel auf dem Parkplatz und beim einchecken wurde uns klar, hier ist ebenfalls die Zeit stehen geblieben …. in den 70ern. Willkommen im Wittes Hotel.

Die Zimmer waren sauber und in Ordnung, eben klassisches Mobiliar eines Landhotels, das Nebenhaus mit meinem Zimmer jedoch roch wie ein Sanatorium. Nach Desinfektion und sehr steril. Das Haupthaus hatte den Geruch von alt. Das Personal war sehr freundlich und nett. Wir gingen noch durch das Dorf, in dem man an jeder Ecke eine Kutsche mieten konnte. Das war dann auch der Plan für den morgigen Tag, an dem nur eine kürzere Etappe von 15 km anstand. Auf der Suche nach dem passenden Restaurant, denn wir wollten nicht im Wittes Hotel essen, stiessen wir auf die Heiderose, ein Hotel und ein Restaurant, was allerdings in TripAdvisor sehr schlecht bewertet wurde. Nur leider gab es in Undeloh nicht wirklich viel mehr. Einige Restaurants hatten dicht gemacht und wir wollten nicht im Hotel essen.

Witte’s Hotel bei TripAdvisor

Also schauten wir uns die Heiderose an und riskierten es. Es war später Nachmittag, so gegen 17:00 uhr. Ich ass ein Heidschnuckenhaxe mit Wirsing und Heidekartoffeln, meine Freundin eine Heidschnuckensuppe mit Champignons und Zimtsahnehaube, dazu einen Salatteller. Mein Gericht kostete 10,90€, die Suppe 4,90€.
Die Haxe war sehr gut geschmort und der Wirsing knackig und gut in der sahnig würzigen Sauce gemacht. Die Heidekartoffeln waren prima, nicht wässrig oder gar zu weich.

Das Essen war sehr lecker. Der Salat meiner Freundin war sehr gut zusammengestellt, alles frisch zubereitet, kein Dosensalat ausser ein bischen Krautsalat (der ist nahezu überall aus der Dose, leider).  Die Suppe war sehr lecker und schmeckte prima. Intensiver Heidschnuckengeschmach der perfekt mit der Zimthaube harmonierte.
Die Zutaten in den Gerichten, die wir bestellt hatten waren alle frisch, nichts aus der Packung oder aufgewärmt. Etwas Old-School war allerdings die verdrehte Orange …

Zwar ist das Hotel und das Restaurant auf viele Touristen ausgelegt, wir hatten nicht das Gefühl, dass dies etwas an der Qualität negativ ausmachte. Vielleicht war es die Zeit der Brstellung, wir konnten die negativen Punkte, die auf TripAdvisor genannt wurden, überhaupt nicht bestätigen.

Heiderose bei TripAdvisor

Zum Absacker im Hotel noch ein Glas Heidelbeerwein mit aufs Zimmer genommen und süss schlummerten wir ein.

Am nächsten morgen Frühstück im Hotel. Nicht begeistert über ein leicht Standardfrühstück, lieblos und ohne nennenswerte Besonderheiten. Dünner Multivitaminsaft, kein Rührei, dafür ein auf dem Tisch stehendes wachsweiches Ei, gute Brötchen, das können sie scheinbar hier echt gut, gute Marmelade und auf Nachfrage an die nette Frühstücksservicedame auch ein kleines Schälchen Heidehonig.

Dann Auschecken und ab zum Geldautomat um die Kutsche bar bezahlen zu können. Kutsche gefunden mit Andreas dem ostdeutschen Kutscher, nett und sehr erzählwillig. Dennoch tolle Tour in eine traumhaft schönen Kutsche und sehr gepflegten Pferden. Viel gelernt, durch das, was er in 1 Stunde erzählt hat. Wegen Wacholder und Gin macht mir nun keiner was vor.

Dann wieder auf den H-Weg und dieses Mal sollten wir uns nicht verirren. Eine schöne Strecke entlang eines kleinen Tals, dem Radenbachtal hinzu einem grossen Heidestück, dieses haben wir umrundet. Auf dem Weg Wildpferde, ein Bach, ein Holzsteg über Moorgebiet und ein Gebiet in dem die sogenannten rote Kühe gehalten werden, nur leider waren kein da.

Der Weg sehr schön, teilweise leicht bergauf gehend erreichte ich Wilsede, einem malerischen Dorf, in dem Autoverkehr verboten ist und die Zeit noch stehen geblieben scheint. Ein malerischer, aber auch touristischer Ort.

Hier kurz halt für eine Heidschnuckenbratwurst mit Brot für 4,90€ und dann vom H-Weg abweichend in Richtung Süden zum Totengrund, einem Tal, was den Namen daher bekam, da kein Wasserlauf in dem Tal ist, und früher daher das Tal für Bauern als totes Land

bezeichnet wurde. Süsses Tal, toller Ausblick und perfekt für meinen Feriensitz …. Weg wieder zurück und weiter Berg auf zum höchsten Punkt mit 129m über NN, den Wilseder Berg.

Toller Blick, viele Touristen, auf der anderen Seite den Berg runter, noch mehr Touristengruppen, teilweise singend – es lebe der Kegelverein ….

Dann aus der Heide raus in den Wald, noch an einem Weiher und Schafstall vorbei auf einen Zubringerweg nach Niederhaverbeck.

Nach 16,3 km dann das Schild zum Landhotel Eickhof. Von der Wanderung aus Wilsede kommend geht man auf das Haupthaus zu wie auf dem Bild. Das Haupthaus ist eingerichtet im Stil der 70er Jahre, sehr retro und wirklich kultig.

Die Kuchen sind der Hammer, selbstgemacht und enorm lecker. Die Terrasse blickt in einen Wildgarten, ganz toll und sehr idyllisch und ruhig. Die Zimmer sind Standard und teilweise auch mit ein paar echten Retoschätzchen, wie die Bilder zeigen.

Das Essen im Landhaus Eickhof ist sehr lecker. Es gibt für jeden geschmack etwas und nach angemessener Wartezeit erhält man frisch und liebevoll zubereitete Gerichte. Meine Freundin hatte Spargel mit Schnitzel, Heidekartoffeln und Sauce Hollandaise und zerlassene Butter für 14,50€. Der Spargel war frisch und knackig, sehr gut zubereitet und lecker, die Kartoffeln mit Biss, genau so wie sie sein sollen, das Schnitzel war selbst paniert und sowas von lecker … zart und saftig.

Ich hatte einen Heidschnuckenbraten mit Maronen und Steinpilzen (gefrorene, wurde auch auf Nachfrage gesagt, ist ja keine Pilzsaison im Mai …) Apfelrotkohl mit leichter Zimtnote und Heidekartoffeln. Das Ganze gab es für 19,90 €. Der Braten lecker, die Kartoffeln bissfest, der Apfelrotkohl lecker und dazu die Pilze, wow.
Service war sehr freundlich und sympathisch. Also eine klare Empfehlung!

Eickhoff bei TripAdvisor

Dies waren 3 Etappen des Heidschnuckenwanderweges. Etappe 2 bis Etappe 4, scheinbar die schönsten Etappen der Heide. Von hier aus geht es dann in den Süden der Heide, allerdings soll es auf diesen Etappen nicht mehr so vielfältig und schön sein, wie die drei gewanderten.

Es waren sehr schöne Tage und, obwohl ich als Kind immer in der Heide auf dem Bauernhof war, faszinierte mich die Heide als Erwachsener mit Ihrer Ruhe und Abgeschiedenheit noch viel mehr. Erst recht zu diesen Tagen, wo kaum Touristen unterwegs waren … denn die Hauptsaison ist Juli bis September.

Hier findet Ihr meinen kleinen Film.

Viele Grüße …

Euer Topftrommler

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