Schwälbchens Flug • Rapsfelder und Fernblicke soweit das Auge reicht …

Schwälbchens Flug, einer der Wispertrails im Taunus – Rapsfelder und Fernblicke soweit das Auge reicht … 

Der Schwälbchens Flug- Rundweg der Wispertrails ist ein super schöner und abwechslungsreicher Rundweg, von entspannten 10,9km Länge, der sogar eine schöne Geschichte hat.

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Diese Geschichte gibt dem Rundwanderweg seinen besonderen Namen … denn in dem Ort Langenseifen, der auf dem Rundweg durchquert wird, haben die Bewohner in der Vergangenheit die Schwalben als natürliche Schädlingsfresser gehegt und gepflegt. Daher wurde Langenseifen 2016 auch als schwalbenfreundliche Gemeinde ausgezeichnet.

Folgt mir auf der wunderschönen Rundwanderung inmitten des Taunus über kleine Steige, weiter Felder und kleine Täler. Willkommen zum Schwälbchens Flug.

Hier oben in Langeseifen wurde der Name des Rundweges geprägt, der über weite Höhen, Raps-Felder und Höhenzüge verläuft, in ein kleines enges Tal absteigt und dann über einige kleine Steige wieder auf den Höhenzug hinaufgeht. „Langenseifen liegt westlich von Bad Schwalbach auf einem Höhenrücken, der zum Westlichen Aartaunus gehört.“ [Quelle: Wikipedia]

Ich fahre von Wiesbaden über das Taunuswunderland nach Langenseifen, eine kurze Autofahrt von ca.: 25min. Oberhalb des Ortes Langenseifen liegt der Wanderparkplatz Schlehborner Heide (Bad Schwalbach). Hier stelle ich mein Auto ab und steigen in den Rundweg nach Osten ein, überquere die Bundesstraße nach Norden und gehe den Berg hinauf hinunter, seitlich des Feldes.

Nachdem ich einige Meter an einem Feld entlang den Berg hinab gelaufen bin, geht es scharf rechts in den Wald hinein über einen etwas breiteren Weg, der einfach und angenehm zu gehen ist. Dadurch dass es bei der Anfahrt gerade eben einen richtigen Platzregen gab ist der Wald ordentlich matschig und rutschig und es bedarf schon einiger Anstrengung hier nicht wegzurutschen. Dafür ist die Luft super sauber, sehr angenehm und die Spuren der Wildschweine scheinen hier noch sehr frisch.

Nach einigen 100m kommt man aus dem Wald heraus und betrete eine Ackerebene mit einem wunderschönen Rapsfeld (zu der Zeit wo ich gewandert bin, gab es hier ein gelbes Rapsfeld). Es sollte nicht das einzige Rapsfeld sein, was ich heute zu sehen bekomme. Ich wandere zwischen Wald und Rapsfeld entlang, immer Richtung Norden, das Wetter hat sich ein Glück etwas beruhigt, die Sonne kommt heraus und es bleibt trocken. Leider bin ich daher ein kleines bisschen zu warm angezogen, die Softshell und dazu der Fleece ist dann doch ein bisschen zu viel für diese Temperaturen. Ich schätze wir haben circa 13° C.

Der Feldweg zieht sich weiter über wunderschöne Wiesen am Waldrand entlang, bis ich an noch mehr Rapsfelder komme. Der Duft ist wunderbar, ich liebe Raps, wenn er anfängt zu blühen. Mal abgesehen von den wunderschönen Farben, dem Gelb, was ich über die Berghänge erstreckt. Nun öffnet sich mir das komplette Rapsfeld-Eldorado, links und rechts massive Rapsfelder. Ich wandere an den Rapsfeldern entlang, durch Quere sie teilweise, und merke wie ich wie ein Spürhund die Luft in mir aufsauge. Der Duft des Rapses ist wundervoll. In einer kleinen Kurve steht unterhalb des Rapsfelds eine Bank, die einen wunderbaren Ausblick auf das Tal darunter und das gegenüberliegende Dorf Ramschied hat. Ramschied liegt im Westen von Bad Schwalbach und besitzt 520 Einwohner. Ein kleines Dorf also, das ich später noch kennenlernen soll. Leider sehe ich auch auf den Himmel oberhalb des Bergkamms, der sich finster verdüstert. Also darf ich mich auf dieser Wanderung erneut auf einen ordentlichen Regenschauer einstellen. Beim Blick auf meine Uhr merke ich, dass ich total in Raps-Schnüffel-Laune vom Weg abgekommen bin.

Ich schaue mich um und sehe, dass ich überhaupt kein Schild mehr erkenne, dass den Wanderweg ausweist. Ich bin scheinbar an einer Kreuzung vorbei gelaufen. Da ich den Weg ja erst kurz gelaufen bin, entscheide ich mich zurück zu gehen um die Abzweigung zu suchen, um den Schwälbchens Flug-Weg weiter zu folgen. Er geht an einem Jagdstand zwischen den Rapsfeldern Berg ab, auf ein etwas tiefer gelegenen Wanderweg. Scheinbar habe ich mich vom Diktieren und von dem Duft der Rapsfelder etwas ablenken lassen. Aber nun bin ich ja wieder auf dem richtigen Weg. Nach ein paar Metern auf einer geteerten Straße geht es scharf links ab auf einen kleinen Steig, der weiterhin ins Tal Richtung Dorf führt. Wahrscheinlich werde ich durch das Dorf Ramschied hindurchgehen, was ich von vorher von oben gesehen habe.

Ich habe durch meinen Ausflug maximal 15 Minuten verloren, dafür aber tolle Ausblicke,  leckeren Duft durch die Rapsfelder genossen. Je weiter ich ins Tal hinunter komme, desto präsenter und lauter wird die Bundesstraße, die ich vermutlich gleich überqueren werde. Hier unten fängt es an nach Almen und Kühen zu riechen, obwohl ich auf den Weiden keine Kühe ausmachen kann. Ich komme auf einem kleinen Trail oberhalb der Bundesstraße heraus, der an Bienenstöcken vorbei führt. Nachdem ich ein paar Meter durch das Dorf gegangen bin, biege ich links ab um einen kleinen Pfad nach oben zu gehen und durch Gartengrundstücke und Schrebergarten hinauf auf den Hügel zu gelangen..

Nach dem Steig geht es wieder durch Felder auf einem schönen Feldweg, irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass ich an diesem Punkt auch herausgekommen wäre, wenn ich meinen fälschlich eingeschlagenen Weg durch die Rapsfelder weiter fortgeführt hätte.

Aber hätte, hätte, Fahrradkette, nun bin ich hier und habe den Weg entsprechend der Tour begangen. Auch hier gibt es wieder schöne Bänke, die dazu einladen eine Rast einzulegen, mit tollem Blick auf das Dörfchen die Wiesen und den Steig. Da ich aber erst seit knapp 1 Stunde unterwegs bin, laufe ich weiter. Ausserdem habe ich weder Hunger noch Durst.

Hier auf diesem Höhenzug gibt es einige wirklich tolle Ausblicke auf die Wälder und im Norden auf den Hunsrück. Die Wiesen sind saftig grün, was durch den regen die letzten 2 Tage zu verdanken ist. Ich laufe auf dem Weg weiter und kurz bevor ich wieder in den Wald hinein komme, geht der Steig rechts ab talwärts.

Am Ende dieses Abstiegs geht es nun doch in den Wald hinein. Hier muss ich nun echt vorsichtig sein, denn der Steig ist schräg, das Boden extrem rutschig, weil noch nass und es gibt nahezu keinen Halt. Meine Sohlen greifen überhaupt nicht mehr, da sich das Profil mit soviel Matsch zugesetzt hat, dass ich nahezu auf Schlittschuhen den Berg runterrutsche – da hat sich das Skaten als Teeen echt bezahlt gemacht und ich mache schrittchen nach Schrittchen, gleiche das Rutschen mit meinem Körper aus und schaffe es, ohne in den Matsch zu fallen heile nach unten zu kommen. Puh denke ich und befreie meine Wanderschuhe im nassen Gras von dem gröbsten Dreck.

Auf dem Pfad liegen auch schon Baumstämme herum, scheinbar hat das Wegemanagement diese Gefahrenstelle schon identifiziert und wird den Weg entsprechend damit absichern. Am Ende komme ich auf einen Feldweg und es geht weiter Richtung Langenseifen und einem Aussichtspunkt mit dem Namen ‚Am Wolfsgraben’ der scheinbar in 800m erscheinen müsste.

Der folgende Weg ist sowohl wandern als auch Fahrradweg. Da das Wetter heute nicht so toll ist, erwarte ich hier keinen Fahrradgegenverkehr.  Ich laufe in einem süßen kleinen Tal, rechts von ihr fließt ein kleines Bächlein mit dem Namen Dornbach.

Der Feldweg verändert sich in einen Forstweg, die Hänge und Waldabschnitte sehen so traurig, wie in vielen Bereichen des Taunus aus, da sie komplett gerodet sind. Es liegt Bruchholz auf dem Weg, und der Boden ist von den Fahrzeugen aufgewühlt, was einer Matschwüste gleicht. Zum Sahnehäubchen gehört – es fängt schon wieder an zu regnen, nicht so stark, dass ich meine Regenanzug anziehen muss, aber doch so das es meine Laune ein wenig trübt. Aber so schnell wie es anfing, so schnell hört es auch wieder auf – Glück gehabt …

Im Tal komme ich an eine Galloway-Rinderzucht. Deren Gehege ist in dem benannten Wolfsgraben, einer Schneise oder Tal, in dem die Rinder leben. Scheinbar haben sie das komplette Tal für sich, denn man sieht überall Spuren. Der Duft ist hier ein kleines bisschen strenger, aber wenigsten haben die Tiere hier sehr gut, denn sie haben ausreichend Weide und Auslaufmöglichkeiten.

Ich gehe rechts am Tal entlang den Berg hinauf und dadurch, dass mir sehr viele Wanderer entgegenkommen, fällt mir auf, dass ich Dussel die Tour gar nicht in Uhrzeigersinn  laufe. Das ist aber früh …. mittlerweile ist bestimmt schon 90 Minuten vergangen und ich habe das nicht bemerkt … ok, daran muss ich wohl noch arbeiten denke ich mir und laufe weiter. Normalerweise bin ich in der aktuellen Zeit kein Fan davon, Touren gegen die empfohlene Richtung zu wandern, da hier natürlich zwangsläufig Gegenverkehr entsteht. Gerade auf engen Steigen ist das in dieser Abstands-Pandemie-Situation ja nicht so gewollt … andererseits wenn man vernünftig ist, kann man auch gut auf kleineren Steigen aneinander vorbei kommen. Guess what, nun ist’s eh zuspät.

Der Weg biegt von dem Galloway-Rindertal (ich benenne es nun in den Rindergraben um) nochmals ab in ein Seitental, hier läuft man auf einem kleinen Steig oberhalb eines kleinen Bachlauf nach oben. Ein verträumtes kleines Tal mit einem schön zu laufendem Pfad, breit genug, um entgegenkommenden Wanderern auszuweichen. Das Tal führt mich hinauf zum Kurzer Berg. Diesen Höhenzug muss ich überschreiten, um dann später nach Langenseifen zu kommen.

Am Ende des Tals öffnet sich der Wald und man kommt hinaus auf eine Wiese. Der Steig geht rechts leicht ab, steil nach oben und schlängelt sich auf den Bergrücken. Vorbei an Äckern geht ein kleiner Steigt steil nach oben, die Sonne kommt raus du ich bin dankbar, dass es trocken bleibt. Wanderwetter wie man es sich nur wünschen kann. Auf dem Steig kommen mir immer wieder Gerüche von Wildkirsche in die Nase. Hier sind so viele verschiedene Sträucher und Gerüche, das muss das Eldorado für Bienen sein. Als ich oben auf dem Bergkamm ankomme, staune ich nicht schlecht, denn ich sehe in circa 150m Entfernung den Wanderparkplatz, von dem ich aus gestartet bin.

Für Diejenigen, die nicht die gesamte Tour laufen möchten, ist hier nun die Möglichkeit die Tour ‚ast’ zu halbieren und von hier zurück zum Auto zu kommen. Ich jedoch laufe weiter, laufe parallel zur Bundesstrasse und komme an einen eigenartigen Holzbau, der sich als evangelische Kirche herausstellt.

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Zu dieser Kappelle gibt es eine Geschichte. Normalerweise sind religiöse Dinge unwichtig für mich, hier möchte ich aber eine Ausnahme machen, denn die Architektur der Kapelle ist beeindruckend – daher hier noch ein paar Details: 

Am Anfang der Kapelle war hier eine Altarskulptur besteht aus einer 3,92 Meter hohen und rund sechs Tonnen schweren Basalt-Lava-Säule, um die herum die Kapelle errichtet wurde. Der Baustil der Kapelle, entworfen von der Referatsgruppe Bauwesen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ist modern, mutig, ungewöhnlich und – soweit mir bekannt ist – einmalig in Deutschland. Gleichzeitig folgt er dem natürlichen Umfeld, in dem die Kapelle steht. Die besondere Kuppelform des Gebäudes zeichnet den Hang nach und umhüllt wie ein Mantel den Altarstein. Geplant wurde die besondere Kuppelform des Gebäudes als Holzbau und realisiert mit einer Tragkonstruktion aus gebogenen Leimholzbindern. Für den Bau wurden ausschließlich heimische, unbehandelte Hölzer verwendet. Ein Wegzeichen zwischen Himmel und Erde. Das durch die Kuppel der Kapelle fallende Licht lenkt das Auge auf das Wesentliche: den Altar, geschaffen von dem Bildhauer Holger Walter. Er ragt durch eine kreisrunde Öffnung am Fußboden 1,02 Meter in den Kapellenraum. Die Kapelle wurde am 3.6.2012 in einem Festgottesdienst eingeweiht. (Quelle: http://www.kapelle-langenseifen.de)

Der Weg führt nun oberhalb von Langenseifen im Norden durch grüne Äcker und Wiesen entlang. Man hat einen traumhaften Weitblick, gerade auch über das Tal von Langenseifen. Hier scheint nun der entspannte Teil zu beginnen, da es auf dem Bergrücken entlang geht. Der Weg biegt dann links steil nach unten ab. Auf der Hälfte des Abstieges nach Langenseifen stehen 2 Bänke, auf der einen davon lasse ich mich nieder und mache eine kurze Pause. Der Blick von hier oben ist genial. Ich schaue über den Ort nach Süden in Richtung Rheingau.Nach meiner pause geht es weiter. Ich gehe in das Dorf hinunter und komme an der Erfrischungsstation Lehmann vorbei, in der man sich Getränke kaufen kann und dann an den Tischen des Vorplatzes Rast machen kann. Es geht weiter an Pferdekoppeln vorbei in die Rapsfelder hinein. Hier spielen meine Nasenflügel wieder verrückt, denn ich liebe den Rapsgeruch. Es geht aufwärts und auf dem Höhenweg rechts Richtung Süd Osten. Der Weg schlängelt sich in langen Kurven auf dem Höhenzug entlang, geht weiter nach oben und führt mich dann wieder nach Nord-Westen. Nach einer erneuten Kehre geht es den Weg etwas weiter Berg auf bis man an der Himmelsbank vorbei kommt. Hier sollte man sich auch ein paar Minuten Zeit zum Verweilen nehmen, denn von dieser Bank hat man einen traumhaften Blick über die Rapsfelder und auch das Tal unterhalb von Langenseifen. Man schaut hier Richtung Westen in die Rheinebene.

 

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Ab der Himmelsbank geht es wieder etwas steiler nach oben auf den weiteren Höhenweg und man merkt bereits, dass man sich dem Parkplatz nähert, denn links unterhalb des Wanderweges verläuft schon die Bundesstraße. Der Weg macht allerdings noch ein paar Schlenker, denn es wäre ja zu einfach gerade zurück zum Parkplatz zu gehen, daher geht man noch ein paar Kurven durch die Felder, um dann später in einem kleinen Wäldchen nach oben zu kommen um am Startpunkt direkt am Parkplatz heraus zu kommen.

Als Fazit muss ich sagen, diese Wanderung ist wirklich sehr schön. Man hat einerseits Wald, kleine Trails, geht über tolle Wiesen, die gerade während der Rapszeit besonders farbenfroh und wohlduftend sind.

Man hat ein nettes Höhenprofil, in dem man ordentlich hoch und runter geht und einen schönen Rastplatz entweder auf der Himmelsbank, einer Bank oberhalb von Langenseifen oder auch auf einer der Banken oberhalb von Ramschied.

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Auch für Kinder ist hier etwas geboten – Kühe, Pferde, Ponys. Der Weg lässt sich allerdings nicht mit einem Kinderwagen begehen. Für Hunde ist der Weg vollkommen unbedenklich. Normalerweise wird empfohlen, den Weg erst zur Himmelsbank und den Weitblicken zu begehen, bevor man in den Wolfsgraben hinabgeht. Die Richtung, die ich den Weg gegangen bin, scheint mir ein kleines bisschen anspruchsvoller zu sein, zum Test werde ich den Weg noch mal richtig herum gehen – im Uhrzeigersinn.

Hier findet Ihr die Wegkoordinaten oder Ihr Besucht mein Wanderprofil auf Komoot

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