Die Börfinker Ochsentour • durch die nebeligen Wälder und Wiesen des Naturparks Hunsrück-Hochwald

UNADJUSTEDNONRAW_thumb_5105fMeine heutige Tour soll eimal ausserhalb des Taunus und Rheinhessens sein. Daher fahre ich ein wenig gen Westen in den Hunsrück und beabsichtige auf einem der Saar-Hunsrück-Traumpfade, der Börfinker Ochsentour, zu wandern.

Die Information habe ich erhalten, als ich auf Facebook in einigen Wandergruppen gestöbert habe. Hier hat mir Stefan durch seinen Post indirekt den Tipp gegeben, einmal diese Tour zu laufen. Gesagt – getan. Da ich einen freien Tag habe gehe ich die Tour an.

Ich starte unterhalb des ‚Bunkers Erwin‘ an dem Waldparkplatz, an dem ein kleines Tor steht, durch das man wandern wird, um den Pfad zu beginnen.

Folgt mir an diesem nebelig-trüben Tag auf der Tour bei Börfink.

Heute ist es neblig, es nieselt ein wenig, aber es ist nicht allzu kühl, so dass ich denke dass ich die Tour von 10 km gut geschafft bekomme. Zuerst geht es durch einen wunderschönen Wald auf einem Pfad nach oben, bis ich an einem kleinen Bach heraus komme. Diesem folge ich bis zu einem Waldweg, an dessen Kreuzung eine Bank steht.

Hier biege ich rechts ab und folge dem Waldweg weiter, überquere den Bach und gehen nach einigen Metern nach links ab. Hier führt mich der Weg nach weiter nach oben und ich komme an der links liegenden Hirschtränke vorbei.

Ich habe recht schnell an Höhe gewonnen, obwohl ich lange nicht mehr gewandert bin. Daher keuche ich zu Anfang auch ein kleines bisschen, denn ich bin den Aufstieg nicht mehr gewohnt und habe es recht schnell angegangen … Anfängerfehler denke ich und versuche meine Atmung zu regulieren.

Mein Puls ist recht hoch, ich hoffe allerdings, dass er sich über den Tag weiterhin stabilisieren wird.
Der Weg schlängelt sich nach oben, biegt einmal rechts ab und führt dann auf einem schmalen kleinen Waldpfad weiter nach oben.

Je höher ich komme, desto dichter wird der Nebel. Sehr gespenstisch hier. Es ist absolut ruhig, ich sehe keine Menschenseele, höre kein Knacks und kein laufen, kein Flugzeug, kein Auto. Ich bin hier oben ganz für mich alleine, innerhalb des Nebels, in einer gespenstische Situation.

Ich bin nur noch 400m vom Ochsenbruch entfernt, dies scheint das Moor zu sein, über das die von Stefan geposteten Holzstege führen. Dieses Bild hatte mich in Facebook angemacht. Stefan, der in der Gruppe Single-Solo Wandern Bilder von dem Rundweg gepostet hat, hat auch genau diese Holzwege über das Moor gepostet. Mich spornt sowas natürlich direkt an. Ich finde es total spannend mal von den normalen Waldwegen abzuweichen und über solche Holzwege zu laufen.

Hier oben im Wald hat man das Gefühl komplett allein zu sein, kurz zuvor sah ich nur ein Hunde-Gassi-Gänger in der Ferne und kurz darauf eine Frau mit Kind. Ansonsten bin ich nur umgeben von Nebel, Wald und Regentropfen.

Der Weg durch das Ochsenbruch ist wunderschön, man läuft hier auf einer einem Holzweg, heute muss ich allerdings sehr aufpassen, denn durch den Regen ist das Holz spiegelglatt. Daher entscheide ich mich ein paar Schritte neben dem Holzweg zu laufen. Ab dem Moment wo der Holzweg etwas erhöht ist laufe ich auf dem Holzweg und mache Schrittchen nach Schrittchen. Das gelingt mir auch ganz gut.

„Das Naturschutzgebiet Ochsenbruch liegt im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz und ist Teil des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Das etwa 48 ha große Gebiet, das im Jahr 1979 unter Naturschutz gestellt wurde, erstreckt sich nordwestlich der Ortsgemeinde Börfink. Im Gebiet erhebt sich der 762,7 m hohe Ruppelstein. Schutzzweck ist die Erhaltung des Feuchtgebietes mit seinen Wasser- und Moorflächen als Standort zahlreicher seltener Pflanzen.“ (Quelle: http://www.Wikipedia.de)

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Nach dem Ochsenbruch, dem Hochmoor, geht es für mich weiter bergab, ich komme an eine Teerstraße, der ich kurz folge und in einer Kurve dann vom Weg erneut auf den Saar- Hunsrücksteig und die Börfinker Ochsentour ausweiche.

Der Weg führt kontinuierlich bergab, ich laufe durch Matsch und einen kleinen Pfad entlang, bis ich an der Landstraße rauskomme. Ich überquere die Straße und stehe direkt am Ochsenstall, eine kleine Schutzhütte mit diversen Bänken neben dem auch eine Marienstatue in einer historischen Kapelle.

Von hier aus geht es auf einem Höhenzug über die Wiesen oberhalb des Forellenhofs, bei dem man unter normalen Umständen wunderbar einkehren kann. Ich bin allerdings nicht hungrig und laufe weiter, denn an dieser Stelle ist die Tour erst circa zur Hälfte geschafft.

Nachdem ich den Bach überquert habe, geht es für mich auf einem geschotterten Feldweg nach links ab Richtung Forellenhof, den ich im Laufe meiner weiteren Tour passieren werde. Auf diesem Weg kommt mir von rechts immer wieder kleine Bäche aus dem Wald, die in den Bach links neben mir hineinrauschen. Hier werde ich von dem Rauschen des Hengstbaches begleitet.

Bevor ich mich freue den Forellenhof zu sehen, geht allerdings der Steig noch einmal rechts ab in den Wald hinauf. Nach wenigen Metern gehe ich über ein mit Wurzeln übersehten Pfad hinunter und komme am Parkplatz des Forellenhof es heraus.

Von hier aus geht es über die Landstraße auf der anderen Seite den Berg hinauf ich schaffe erst über ein sehr matschigen Waldpfad, und komme dann auf einen Wirtschaftsweg der rechts ab führt. Parallel des Traunbaches laufe ich Richtung Börfink.

Nach wenigen Metern nähere ich mich einem Badestrand, wo man in den Bach baden kann. Hier ist allerdings ein ne Einbahnstraße, denn ich komme wohl nicht mehr auf dem Weg zurück. Daher entscheide ich mich weiter auf dem Weg geradeaus zu laufen und komme am Badehaus am Ende heraus.

Von hier aus geht danach geht es nach rechts ab zu einem weiteren Wanderparkplatz, einer Schutzhütte und dem Nationalpark-Denkmal des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, in dem ich mich aktuell befinde.

Weiter geht es vor dem Nationalpark-Denkmal das Tal rechts hinauf in den Wald hinein auf einen kleinen Waldweg wandere ich, überquere einen Bachlauf und stapfe wieder im matschigen Boden bergauf bis ich erst zum Grauen Kreuz und dann ein wenig später zur Quelle ‚Gute Bure’ komme.

„Nach dem Grauen Kreuz befindet sich eine in Stein gefasste Quelle. Einer Sage nach hatte sich dort einmal ein blinder Schäfer mit dem Wasser der Quelle die Augen gewaschen und konnte danach wieder sehen. Seitdem wurde die Quelle „de gure Bure“ (hochdeutsch: Guter Born) genannt. Born ist eine historische oder poetische Bezeichnung für einen Brunnen.

Das Wasser sollte außerdem den „Freisem“, einen Hautausschlag, den vor allem Kinder auf dem Kopf oder im Gesicht bekommen, heilen. Man holte das Wasser nach Hause, um die Kranken damit zu waschen. Insbesondere Hautunreinheiten bei Kleinkindern wurden mit dem Wasser aus der Quelle gewaschen. Zusätzlich hängte man getragene Kleidungsstücke der Erkrankten in den Bäumen um die Quelle herum auf. So sollen dort oftmals mehrere Jacken, Hemden, Mützen und andere Kleidungsstücke gehangen haben.

Desweiteren war es Brauch kleine Säckchen mit Roggenkörnern, die mit Quellwasser befeuchtet waren, in die Bäume zu hängen. Die Säckchen waren dabei geöffnet. So wie der angefeuchtete Roggen keimte und schlussendlich abstarb, sollte auch der Ausschlag austrocknen und absterben. Dieses Ritual sollte die Heilungschancen weiter erhöhen. Im Hunsrück existierten zahlreiche solcher Heilquellen, die allerdings heutzutage ihre spirituelle Bedeutung verloren haben. Die Quelle bei Börfink bzw. Rinzenberg ist dabei noch eine der bekanntesten „Brunnen“ im Hunsrück. Wurden bis zum 19. Jahrhundert noch viele solcher Quellen im Hunsrück aufgesucht, so nahmen die Bittgänge in der Zeit des Ersten Weltkrieges ab.“ (Quelle: „Heilquelle „De Gure Bure“ bei Rinzenberg“. In: KuLaDig, Kultur.Landschaft.Digital. URL: https://www.kuladig.de/Objektansicht/KLD-248541)

Von hier aus geht es weiterhin durch den Wald bis zum Bunker Erwin, hier geht es links ab und ich überquere ich den Traunbach, bevor ich in der Ferne bereits den Wanderparkplatz sehe.

„Der Kommandobunker Börfink, genannt Bunker Erwin, ist eine ehemals geheime Unterirdische Führungsanlage der NATO in der Nähe von Börfink bei Birkenfeld im Hunsrück (Rheinland-Pfalz) am Hügel Ruppelstein im Schwarzwälder Hochwald, von dem aus die Luftraumüberwachung Mitteleuropas im Kalten Krieg gesteuert wurde. Dafür wurden verschiedene militärische Anlagen in dem Gelände betrieben. Auf dem Ruppelstein befindet sich eine noch genutzte militärische Fernmeldeanlage der Bundeswehr in einem Militärischen Sicherheitsbereich. Die oberirdischen ehemals militärisch genutzten Gebäude auf dem Gelände bei Börfink werden inzwischen von Mitarbeitern des Nationalpark Hunsrück-Hochwald genutzt, während im Bunker bei Börfink entsprechend Medienberichten von einem privaten Unternehmen ein Rechenzentrum betrieben wird.“ (Quelle: http://www.wikipedia.de)

Die Börfinker Ochsentour ist eine schnelle und kurze Tour, einfach zu bewandern mit einigen Highlights auf dem Weg. Es wechselnd sich unterschiedliche Wegarten ab und man ist hier oben in der Natur für sich alleine.

Meine Navigationsdatei findet Ihr hier

Startpunkt: Wanderparkplatz zwischen Börfink und Thranenweier an der K49 oder Parkplatz am Forellenhof Trauntal, In den Quellwiesen, 54422 Börfink-Einschiederhof

Dauer: 2:13 Std.

gelaufene Länge: 10,2 km

Höhenmeter: Aufstieg 230m, Abstieg 250m

Highlights: Ochsenbruch, Waldpfade, Hengstbach, Forellenhof, Traunbach, Gute Gure, Bunker Erwin

weitere Informationen zur Tour findet Ihr ebenfalls auf den offiziellen Seiten.

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