Mullerthal Trail – Wandern in mystischer Umgebung mit Trollen und Elfen

Gepostet am Aktualisiert am

Das Ziel war ein paar Tage auszuspannen und eine Tour zu wandern, die Abwechslung und Abenteuer versprach. Die Alpen waren verregnet, daher kamen sie nicht in Frage.

Nach langer Recherche stieß ich auf eine Seite (www.outdooractive.com) wo mir 3 Rundwanderwege angeboten wurden, die nur 2 Stunden von Wiesbaden entfernt liegen. Diese Rundwanderwege ließen sich miteinander verbinden und lagen in der Luxemburger Schweiz, nahe Echternach. Gelesen und Los. Sachen gepackt, Route geplant und ein Bed & Breakfast gebucht.

Ich fuhr nach Echternach in der Hoffnung dort auch mein Fahrzeug für 2 Tage kostenlos parken zu können, was mir am Busbahnhof gelang (zumindest sah ich keine Schilder, die das Bezahlen voraus setzten und am Ende hatte ich auch kein Knöllchen)

Tag 1:

Der Wanderweg startet direkt hinter dem Busbahnhof und führt über eine steile Strasse nach oben. Am besten an der Tankstelle den Weg geradeaus hoch gehen, in der Kurve den Trampelpfad nehmen, dann kommt Ihr auf den Weg. Die Höhenmeter sind nicht so gravierend wie in den Alpen, aber sie summieren sich. Nach ein paar hundert Metern biegt der Weg nach links ab und man kommt in den Wald und läuft entlang der Sauer (einem Grenzfluss zwischen Deutschland und Luxemburg)
Die Beschilderung des Weges ist vorbildlich, Karten benötigt man gar nicht. Ich habe dennoch eine Karte ausgedruckt und zusätzlich die Route auf der Uhr zur Navigation. Gerichtet habe ich mich allerdings immer anhand der Beschilderung.

Nach wenigen Metern nach dem Aussichtspunkt „Troosknäppchen“ erspäht man schon das Felsgebilde, welches sich links auftürmt, Tolle Formationen – ein Eyecatcher. Der Weg verläuft anschließend durch den Wald zur „Wolfsschlucht“. Die Wolfsschlucht ist eine steil abfallende, glatte Felsspalte, durch die sich der Wanderweg windet. Früher fand der Wolf in diesen chaotischen Felsen bei Gefahr einen idealen Zufluchtsort.

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Folgt man dem Weg weiter, so folgt das nächste Highlight auf diesem Abschnitt – das „Labyrinth“ – ein Irrgarten aus Felsmassen. Entlang des Aesbachs passiert der Mullerthal Trail den großen Felsen „Perekop“, der sich über Leitern besteigen lässt. Der Weg führt weiter über hölzerne Stege und kleine Brücken durch das romantische Aesbachtal. Hier fühlt man sich sofort in das Tal der Trolle und Elfen versetzt. So mystisch und ruhig. Sehr klasse. Die Felsen sind überwachsen von Moos und der Bach plätschert leise vor sich hin.
Auch im Winter wird dies hier sicherlich eine schöne Tour sein, wenn Schnee liegt und alles kahl ist …

Der Weg führt hoch bis zur „Hohllay“ – einer Höhle, aus der früher Mühlsteine für die Region gebrochen wurden, was noch deutlich an den kreisrunden Ausbuchtungen zu erkennen ist. Kurz danach gelangt man zum Amphitheater, einem Freilufttheater, das für verschiedene Veranstaltungen genutzt wird. Nach einigen weiteren Metern wird die Ortschaft Berdorf erreicht.

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Von Bergdorf gehe ich dann die Extra-Route, den B2. (klasse Erklärung findet Ihr hier: Rundwanderweg B2)
Dieser soll weitere 5KM haben und sehr sehenswert sein. Am Campingplatz geht es entlang und ich realisiere, dass ich die B2 Tour in die gegengesetzte Richtung laufe, was soll …
Dieser Rundgang ist ein wahres Kleinod der kleinen Luxemburger Schweiz.

Wer einmal kurz an der typischen Felsenlandschaft mit ihren Schluchten, Höhlen, Grotten und Spalten schnuppern will, findet hier Typisches in Hülle und Fülle. Auf einem Teil davon verläuft der „Naturentdeckungspfad“. Dieser EXTRA-Trail ist ein echtes Highlight und sollte auf jedem Fall gemacht werden, denn hier findet man kleine enge Wege, Schluchten, Klettermöglichkeiten usw.

Ich ging die Route über den Campingplatz zum Kasselt, einem Aussichtsplateau, dann über den Siebenschliff (unbedingt durch die engen Gänge gehen) zurück über den Klettergarten Wanderbach und das Roitsbachtal. Entlang des romantischen Tälchens des Roitzbachs geht es an der „Roitzbachschlüff“ vorbei. Ein Abstecher auf das Plateau der Roitzbachschlüff ist empfehlenswert.

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Der Abschnitt des Rundweges ist enorm abwechslungsreich und dauert auch am längsten. Man wird hin und wieder den Hauptweg verlassen, um die Highlights abseits des Pfades zu erkunden. Hierfür solltet Ihr Euch auch genug Zeit nehmen, denn es lohnt sich enorm. Auch solltet Ihr versuchen in alle Gänge des Labyrinthes zu gehen. Die Gänge sind mit 1,2,3, etc bezeichnet. Nehmt Euch Zeit und erkundet diese Gegend. Es lädt auch zu einem Picknick ein …

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Nach den engen Gängen öffnet sich der Pfad und man erspäht viele Kletterer, die sich die Felsen hochziehen. Auch hier bietet sich an, einmal den Hauptpfad zu verlassen, um in die eine oder andere Ecke zu sehen. Im Weiteren Verlauf kommt man zu der Räuberhöhle, zu der Metallleitern nach unten führen, zudem gut es einige Sehenswürdigkeiten wie den Adlerhorst und einige verstecke Ecken …

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Auf dem folgenden Abschnitt reihen sich weitere Felshöhepunkte aneinander – darunter die „Binzeltschlüff“ , der „Predigtstuhl“  und die „Werschrummschlüff“. Auf der zweiten Hälfte des Abschnitts leitet der Weg den Wanderer durch das naturnahe Waldgebiet „Schnellert“, ein wunderschönes und wildes Teilstück des Mullerthal Trails.

Ziel ist die „Heringer Millen“ in der Ortschaft Müllerthal. Sie war früher eine der wichtigsten Mühlen  der Region und beherbergt heute ein Touristcenter und ein Restaurant. Wer kampieren möchte findet hier auch einen schönen Campingplatz. Von dort aus geht es nun auf dem Nordic Walking Trail (2) (M6) Richtung Christnach, vorbei an den Wasserfällen Schiessentümpel, an denen ich am nächsten Tag meinen Rundweg wieder aufgreifen werde. Der Schiessentümpel ist ein malerischer Wasserfall an der Schwarzen Ernz.

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Das Wasser schießt in drei Strömen über eine Felskante in ein darunter liegendes Felsbassin, um dann seinen Verlauf in Richtung der Ortschaft Müllerthal fortzusetzen. Mit der idyllischen Brücke aus Stein und Holz, den umliegenden Felsen und der üppigen Vegetation ist der Schiessentümpel zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in der Region Müllerthal – kleine Luxemburger Schweiz geworden. Es geht hoch durch den Wald bis an den Anfang des Golfplatzes. Dort auf der Teerstrasse durch den Golfplatz hindurch in die Stadt, bis an die Strasse Loetsch, wo mein B&B bei Nummer 29 ist. Geschafft. Ausgepowert aber glücklich erreiche ich das B&B WhitePearl. Kann ich übrigens sehr empfehlen! Hier gehts zum TripAdvisor Profil

Bildimpressionen des ersten Tages als Video

Tag 2:

Am nächsten Tag geht es den Weg wieder zurück auf dem Weg Richtung Wasserfälle ‚Schiessentümpel‘

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Ich komme an einer alten Waschstelle vorbei, die einige Tröge mit glasklarem Wasser vorhalten. Auf diesem Wanderweg geht es ins Tal bergab bis ich an die Strasse komme. Von dort aus geht ein Holzweg weiter nach unten. Es zieht sich ganz schön, bis ich an den Wasserfällen ‚Schiessentümpel‘ bin und meinen Rundweg wieder aufgreifen kann.

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Ab hier verbindet die Tour die Standorte zweier ehemaliger Mühlen in den Ortschaften Consdorf und Müllerthal. Die Tour verläuft entlang faszinierender Sandsteinfelsen, die Namen tragen wie Goldfralay, Eulenburg oder Ramelay. Verwitterungsprozesse haben an vielen Stellen waben- und rillenförmige Muster in die Felsen eingebracht, die sie zu individuellen Kunstwerken werden lassen.

Vorbei an Goldkaul, Goldfralay, Eulenburg sowie Schelmelay und Ramelay. Dies sind die Namen einiger Felsen, an denen diese Tour vorbei führt. Die eigentümlichen Namen gehen häufig auf Mythen und Sagen zurück. Durch die Verwitterungsprozesse sehen die Sandsteinfelsen teilweise wie skurrile Figuren oder Gesichter aus. Nun gilt es sich durch enge Gänge zu zwängen, der erste davon ist der Rittergang.

Der Mullerthal Trail führt weiter durch Wald- und Felslandschaft zu einer der spektakulärsten Felsspalten der Region: der Kohlscheuer.

Bei der Kohlscheuer kann der Wanderer einen Weg aussen herum nehmen oder den Adventure-Pfad, bei dem er genau durch die engsten Gänge kommt. Diese Gänge sind komplett geschlossen, d.h. kein Licht fällt hier ein. img_9795Der Wanderweg verläuft direkt durch diese Felsspalte hindurch, die aber sehr schmal und dunkel ist. Achtung: Wer hier durchgeht sollte definitiv eine Taschenlampe mitnehmen, das Handy reicht vielleicht auch aus, bequemer ist eine Lauf-Stirnlampe. Wem der Gang durch den Felsen zu abenteuerlich oder einfach zu beengt ist, der kann auch bequem um den Felsen herumwandern.

Ich habe versucht durch den Gang zu kommen, mit abgesetztem Rucksack ist das auch möglich,  allerdings hatte ich dann wirklich Beklemmungen, trotz Stirnlampe. Daher habe ich mich entschieden aussen rum zu gehen und die Eingänge mir von beiden Seiten anzusehen …
Die Umgehung ist auch schön, also verpasst man hier nichts. Abenteuer ist die Durchgang allemal … und macht bestimmt Gaudi, wenn man mit der Enge zurecht kommt.

Der Waldweg oder Trail macht einige Schlaufen, geht hoch und runter und bietet eine Menge Abwechslung. Ein sehr schön zu gehender Weg. Um Consdorf herum verläuft der Mullerthal Trail durch einen wunderschönen Landschaftsabschnitt, in dem sich Wald, Felsen und offenes Gelände abwechseln. Kurz vor Scheidgen treffe ich auf eine Felsenkirche, die in einem kleinen Tal steht. Danach führt der Weg durch die Ortschaft Scheidgen und schließlich zurück nach Echternach.  Die letzte Etappe nach Scheidgen ist nicht mehr sehr spektakulär aber gut zu laufen.

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Bildimpressionen des zweiten Tages als Video

Alle Bilder der Tour findet Ihr hier: https://www.dropbox.com/sh/bqr846s0qas5hi7/AAD3KeAYB_DTnfC9LmLyCJuya?dl=0

Eine gute Karte, um sich ein wenig Übersicht zu verschaffen findet Ihr hier: http://www.berdorf-tourist.lu/sites/berdorf-tourist.lu/files/page/attachments/carte-trail.pdf

(Textauszüge aus der Webseite: http://www.mullerthal-trail.lu & http://www.berdorf-tourist.lu)

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